Welche Produktanforderungen haben Ihre Kunden an Ihr Projekt wirklich? – Mit QFD finden Sie es heraus

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Quality Function Deployment (QFD) hat sich (nicht nur) in der Automobilindustrie durchgesetzt und orientiert sich an 2 Fragen: WAS will der Kunde und WIE können Sie diese Anforderungen erfüllen? Durch die QFD-Anwendung in der Planungsphase, z. B. eines Entwicklungsprojekts, werden die Anforderungen an die Leistungen und an die Prozesse genau ermittelt, sodass die Endleistung den Kundenwünschen auch tatsächlich 1 : 1 entspricht. Wie Sie mit dieser Vorgehensmethodik die Kundenorientierung Ihrer Projekte steigern und die Gefahr von Fehlentwicklungen erheblich minimieren können, erfahren Sie hier.

Quality Function Deployment ist eine freie Übersetzung
der japanischen Begriffe

* hin shitsu (Qualität),

* ki nou (Funktion) und

* ten kai (Einsatz).

Die ursprünglich von Professor Yoji Akao in den 60er Jahren entwickelte Methode wurde in den 80er Jahren in der US amerikanischen Automobilindustrie eingeführt. QFD ist eine auf Teamarbeit basierende Methode,
die Kundenwünsche identifiziert und diese Anforderungen in technische Spezifikationen für Produktplanung, Design, Prozessgestaltung und Produktion überträgt.

Wie Sie bei QFD vorgehen

QFD wird in einem Team von 5 bis 8 Mitgliedern durchgeführt. Die einzelnen Teilprojekte, wie z. B. Marketing, F&E, Qualitätswesen, Arbeitsvorbereitung, Produktion, Kundendienst usw., werden im QFD-Team berücksichtigt. Sie als Projektleiter leiten die QFD-Runde als Moderator.

Wofür sich QFD eignet

QFD lässt sich nicht nur für die Neuentwicklung von Produkten oder Dienstleistungen einsetzen, sondern auch zur Produktverbesserung. Falls Sie bereits einen Prototypen vorliegen haben, können Sie diesen mit QFD kritisch analysieren und in seinen Eigenschaften optimieren.

QFD erfordert zwar zunächst einen zusätzlichen Zeit- und Arbeitsaufwand, dieser wird jedoch durch die erzielten Vorteile meist mehr als ausgeglichen. Dies gilt selbst für Einzelanfertigungen, aber vielmehr noch für größere Produktserien.

Die 4 Phasen des QFD

QFD besteht aus 4 aufeinander aufbauenden Phasen. In jeder Phase werden 2 Fragen gestellt:

* Was will der Kunde, welche Anforderungen stellt er an das Produkt?

* Wie können diese Kundenanforderungen erfüllt werden?

Das WIE (Ergebnis) einer Phase dient der nächsten Phase als WAS (Eingangsdaten).

Das sind die 4 aufeinander aufbauenden Phasen:

Phase 1: „Qualitätsplan Produkt“
Kunden- und marktseitige Anforderungen werden erfasst und daraus Qualitätsanforderungen an die Konstruktion abgeleitet (Konstruktions-anforderungen).

Phase 2: „Qualitätsplan Konstruktion“
Ausgehend von den Qualitätsanforderungen an die Konstruktion werden Konstruktionskonzepte sowie Qualitätsanforderungen an Teilsysteme und Bauteile (Teileanforderungen) abgeleitet.

Phase 3: „Qualitätsplan Prozess“
Ausgehend von den Qualitätsanforderungen an die Teile werden Produktionskonzepte und -prozesse ausgewählt.

Phase 4: „Qualitätsplan Produktion“
Die kritischen Prozessmerkmale werden in Arbeits- und Prüfanweisungen übertragen.

Statt mit Matrizen arbeiten Sie mit einem House of Quality (HoQ). Allerdings ist die Darstellung aller 4 Phasen im House of Quality sehr aufwändig. Ich empfehle Ihnen aus diesem Grund, nur die Pläne zu erstellen, bei denen bisher Umsetzungsprobleme bestanden haben. Vorzugsweise findet das HoQ nur im ersten Schritt statt, weil die Übersetzung der Kundenanforderungen in Leistungsmerkmale erfahrungsgemäß die größten Schwierigkeiten bereitet.

_Günter Stein_

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