Mit welchen Qualitätskennzahlen Sie Verbesserungsmaßnahmen durchsetzen

Mit welchen Qualitätskennzahlen Sie Verbesserungsmaßnahmen durchsetzen

Qualität heißt, die Anforderungen von Kunden zu erfüllen. Konkret und messbar wird es, wenn Sie entsprechende Kennzahlen zur Verfügung stellen können. Zugleich schaffen Sie damit die Voraussetzung für eine effiziente Umsetzung von Verbesserungen.

Nicht jede Qualitätskennzahl ist direkt kundenrelevant

Es gibt zweierlei Arten von Qualitätskennzahlen:
* Kennzahlen, mit denen Sie die Erfüllung von Kundenanforderungen beurteilen und bewerten. Diese Kennzahlen beziehen sich direkt auf die gewünschte Kundenzufriedenheit.
* Kennzahlen, die Ihnen Informationen über die Qualität von Einrichtungen oder laufenden Prozessen geben, wie z. B. über Stillstand-, Takt- und Rüstzeiten. Diese Kennzahlen stehen nur indirekt in Kontakt mit der Produktqualität.

Legen Sie Ihren Fokus auf die Q-Kennzahlen, die sich direkt auf die Kundenanforderungen beziehen.

So stellen Sie eine strukturierte Datenbasis sicher

Um eine verlässliche Grundlage für eine strukturierte Datenbasis zu gewinnen, gehen Sie wie folgt vor:

# Wählen Sie die Prüfprozesse nach Eignung aus. Dabei kann es sich um eine messbare Beurteilung (Messprozess) oder eine subjektive Beurteilung (z. B. Sicht-, Klangprüfung) handeln.
# Für den Eignungsnachweis von Messprozessen führen Sie so genannte Fähigkeitsuntersuchungen durch. Ziel ist es, den Nachweis zu führen, dass die Streuung des Messprozesses ausreichend klein ist.
# Entscheiden Sie sich für eine manuelle Erfassung oder automatisiert ablaufende Messprozesse, z. B. bei 100 %-Prüfungen.
# Ermöglichen Sie eine strukturierte Datenhaltung. Legen Sie die Daten in einer einheitlichen Abfolge ab. Stellen Sie diese Anforderung an den Maschinenhersteller. Erkundigen Sie sich nach Industriestandards in Ihrer Branche.

Typische Kennzahlen

Typische Kennzahlen, die einen Prozess beschreiben, sind:
* Prozesslage (Mittelwert, Median)
* Prozessstreuung (Standardabweichung, Spannweite)
* Minima und Maxima
* Prozesstyp (z. B. geregelter Prozess mit 100 %-Prüfung, Werkzeugverschleiß) und Verteilungszeitmodell (normal, Mischung)
* Fähigkeitsindizes und die verwendeten Berechnungsformeln
* Anzahl der Messwerte

Für die Qualität eines Prozesses nutzen Sie hierbei insbesondere die Prozesslage sowie die Prozessstreuung. Die Prozesslage soll sich dabei an einem Sollwert orientieren und die Prozessstreuung gegen null gehen.

Sie müssen Q-Kennzahlen beurteilen

Eine Kennzahl ergibt sich aus einer Kenngröße, die Sie in ein Verhältnis zu einer vorgegebenen Größe oder Einheit oder anderen Kenngrößen gesetzt haben.

Der Aussage, dass „die Standardabweichung der Streuung eines Messprozesses 0,374 ist“, fehlen einige Informationen. Wie groß ist die Datenbasis? Welche Prüfung liegt zugrunde? Fragen Sie sich: „Welche Informationen brauche ich, um die Aussage belastbar beurteilen zu können und davon Maßnahmen abzuleiten?“

In der Serienproduktion sind die Bezugsgrößen meist unterschiedliche Toleranzvorgaben wie der Toleranzbereich, Angsttoleranz, einseitige Toleranz, x % der Toleranz oder Prozessstreuung.
Mit Kennzahlen Verbesserungen leichter umsetzen

Damit Verbesserungsmaßnahmen effizient umgesetzt werden, bauen Sie ein automatisiertes System auf. Dieses sendet Ihnen und den jeweils Zuständigen regelmäßig Übersichten über die Q-Kennzahlen und gibt ereignisgesteuert Alarm an die jeweils Zuständigen, sobald festgelegte Toleranzbereiche übertreten werden.
* Dem Management sendet das System automatisch Übersichten.
* An die Planer kommunizieren Sie Berichte mit Q-Kennzahlen in Form von Histogrammen, Kennwerten mehrerer Merkmale, Paretodiagrammen etc.
* Die Werker erhalten von Ihnen Berichte mit Balkendiagrammen, Urwerten, Werteverläufen, Mittelwerten, Standardabweichungen, Qualitätsregelkarten, Alarmen und Hinweisen.

Die Zuständigen erhalten so schnell die notwendigen Informationen zur Qualität, um Verbesserungsmaßnahmen zu initiieren.

Checkliste zur Erstellung von Q-Kennzahlen
Sie haben eine Datenbasis durch Prüfergebnisse wie folgt aufgebaut:  
Qualitativ oder quantitativ  
100 %-Prüfung oder Stichprobe  
Beschreibende Information  
Sie haben folgende Aspekte der Kenngröße zugrunde gelegt:  
Berechnung der Kenngröße (Beispiel: Prozessfähigkeit = Werkstücktoleranz / (6* Standardabweichung)  
Gewichtung (Beispiel: Die Bedeutung von Kennzahlen variieren. Merkmalsklassen einführen)  
Bezugsgrößen (Beispiel: Toleranz; Prozessstreuung eines Zeitraums)  
Kennzahlen ermitteln Sie so:  
Berechnung aus 2 oder mehreren Kenngrößen oder  
Verrechnung von Kenngrößen mit einer Bezugsgröße  
Achtung: Beobachten Sie die Merkmale sorgsam, wenn diese ein Produktfehlverhalten nach sich ziehen.  

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