ISO 9001:2015 – Die Revision der Qualitätsnorm

ISO 9001:2015 – Die Revision der Qualitätsnorm

Einheitliche Rahmenbedingungen für alle Managementsystemnormen. Unterschiedliche Managementsystemnormen aufeinander abstimmen. Unterabschnitte zur Top-Level-Struktur anbieten. Einheitliche Formulierungen in allen Normen anwenden. Dies alles sind Punkte, die durch die Revision der Qualitätsnorm ISO 9001:2015 geschaffen wurden. Somit fällt es Unternehmen leichter, ihr Qualitätsmanagementsystem zu integrieren. Und zwar in die Kerngeschäftsprozesse. Erzielen Sie so geschäftliche Vorteile.

Die ISO-9000-Normenreihe im Überblick

Die ISO 9001 legt die Mindestanforderungen fest. Und zwar an das Qualitätsmanagementsystem. Diesen Anforderungen muss eine Organisation genügen, damit sie Produkte und Dienstleistungen bereitstellen kann. Denn diese Produkte und Dienstleistungen sollen den Kundenerwartungen entsprechen. Außerdem müssen sie behördliche Anforderungen erfüllen.

Zudem soll ein stetiger Verbesserungsprozess stattfinden. Der Ansatz hierzu wurde schon mit der Revision 2000 eingeführt. Allerdings hat hier die Umsetzung noch Probleme bereitet. Demnach kam es zu der Revision der Qualitätsnorm ISO 9001:2015. Diese Revision dient dazu, die Umsetzung weiter zu erleichtern.

Bei der Revision spricht man eher von einer Überarbeitung. Weniger ist hier von einer Änderung die Rede. Im Grunde genommen geht es um Klarstellungen. Durch Änderung der Wortwahl und Definition. Es gibt Grundsätze für die Norm. Bis zu der Revision handelte es sich um acht Grundsätze. Jedoch gab es mit der Revision eine Änderung. Denn durch die Revision der Qualitätsnorm ISO 9001:2015 gibt es nur noch sieben Grundsätze. Die Grundsätze finden Sie in der folgenden Auflistung:

Die sieben Grundsätze des Qualitätsmanagements

  • Kundenorientierung
  • Verantwortlichkeit der Führung
  • Die beteiligten Personen miteinbeziehen
  • Prozessorientierter Ansatz und systemorientierter Managementansatz
  • kontinuierliche Verbesserung
  • Der Entscheidungsfindungsansatz muss sachbezogen sein
  • Lieferantenbeziehungen

ISO 9001:2015 die Revision der Qualitätsnorm – was ist das?

Bei der Revision der Qualitätsnorm geht es um eine Überarbeitung der alten Norm. Beschlossen wurde diese Überarbeitung schon im Jahr 2012 von den ISO-Mitgliedskörperschaften. Die Veröffentlichung der Fassung der Norm für Qualitätsmanagement ISO 9001 geschah im Jahr 2015, genau am 23.09.2015.

Mit der neuen Norm wird das Qualitätsmanagement vollkommen in Ihre Geschäftsstrategien integriert. Somit sollen Ihre Unternehmensprozesse noch effizienter gestaltet werden. Außerdem dient dies der Steigerung der Kundenzufriedenheit.

Ihre Vorteile dieser Überarbeitung sind folgende:

  • Qualität rückt in den Mittelpunkt Ihres Geschäfts. Aber auch kontinuierliche Verbesserungsprozesse.
  • Die Mitwirkung des Führungsteams im Managementsystem wird stärker. Dies dient der Motivation der gesamten Organisation. Um die Ziele besser zu verfolgen.
  • Das Risikomanagement wird eingeführt. Somit stehen Organisationen nun in der Pflicht, Risiken zu identifizieren, analysieren und zu bewerten. Infolge dessen müssen die Organisationen Gegenmaßnahmen planen, umsetzen und kontrollieren. Und zwar bezieht sich die Kontrolle auf die Wirksamkeit der Maßnahmen.
  • Durch die neue Struktur wird die Implementierung mehrerer Managementsysteme erleichtert.

Aber was hat sich genau geändert bei der Revision?

In sechs Punkten wurden Änderungen vorgenommen. Diese werden Ihnen im Folgenden aufgezeigt. Aber es gibt auch eine Neuerung.

Die strategische Ausrichtung der Organisation hat sich geändert. Das Qualitätsmanagement muss hierbei nun eingebunden werden. Die oberste Stelle der Organisation ist in der Pflicht, etwas sicherzustellen. Hierbei gilt, dass Qualitätspolitik und Qualitätsziele mit der Ausrichtung und dem Kontext der Organisation zu vereinbaren sind. Außerdem sind die Unternehmen verpflichtet, den Einfluss von internen und externen Belangen zu erfassen. Zum Beispiel wie gesetzliche oder technische Belange Einfluss auf Ziele oder Strategie haben.

Mit der Erweiterung der Zielgruppen soll die neue Norm den Fokus auf das Qualitätsmanagement rücken. Hierbei ist zu berücksichtigen, welche Auswirkungen die Parteien haben. Und zwar auf die Übereinstimmung von Produkten und Dienstleistungen.

Das Gewicht legt man nun mehr auf den prozessorientierten Ansatz. Außerdem steigen die Forderungen nach einem umfassenden und systematischen Prozessmanagement. Somit erhöht sich die Wichtigkeit des Prozessmanagements. Hinzu kommen folgende Bestimmungen bei der Festlegung der Prozesse:

  • die erwarteten Ergebnisse beeinflussen die Zielerreichung der Prozesse
  • ebenso die Leistungsindikatoren zur Prozesslenkung
  • um die Zielerreichung der Prozesse beeinflussen zu können, bedarf es außerdem an Verantwortungen, Befugnissen, Risiken und Chancen

Des Weiteren hat sich die Verteilung der Verantwortlichkeiten geändert. Denn mit der ISO 9001:2015 wird die obere Leitung des Qualitätsmanagements mehr in die Pflicht genommen. Die Führungsrolle der Führungskräfte soll gestärkt werden. Zum anderen trägt die Leitung die Verantwortung für die Wirksamkeit und die Leistungsfähigkeit des Qualitätsmanagementsystems. Hinzu kommt, dass die Mitarbeiter angelernt werden sollen. Damit sie zu der Wirksamkeit des Qualitätsmanagements beitragen. Hierdurch wird die Funktion des Qualitätsmanagementbeauftragten nicht mehr zwingend benötigt. So gewinnt die Organisation mehr Spielraum. Das bedeutet, sie kann die relevanten Aufgaben für das Qualitätsmanagement flexibler verteilen. Dennoch können selbstverständlich bestehende Strukturen beibehalten werden.

Heutzutage gilt Wissen als entscheidender Faktor für Erfolg. Die Revision der ISO 9001 fordert hierbei einen systematischen Umgang. Somit soll das notwendige Wissen zur Durchführung der Prozesse festgehalten und aufrechterhalten werden. Und die Verfügbarkeit des Wissens für die Mitarbeiter soll gewährleistet sein. Bei dem Wissensmanagement kommt es aber in erster Linie auf eines an. Das es für das jeweilige Unternehmen passend aufgebaut ist.

Zuletzt spielt die Dokumentation eine wichtige Rolle. Denn hier bietet die Revision mehr Spielraum. Hierbei geht es in erster Linie um das Qualitätsmanagement-Handbuch. Das Handbuch gibt Überblick über das gesamte Unternehmen. Außerdem über das Qualitätsmanagementsystem, die Strukturen und Abläufe. Dieses Handbuch muss nun nicht mehr zwingend in Papierform vorhanden sein. Die Dokumentationen dürfen EDV- oder WEB-basiert abgebildet werden. Auch gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Dokumentation und Aufzeichnungen.

Was ist neu durch die Revision ISO 9001:2015?

Das Risikomanagement ist neu. Es entstand durch die Forderung nach einem systematischen Umgang mit Risiken und Chancen. Diese müssen in der Organisation identifiziert, analysiert und bewertet werden. Außerdem gilt nun, Gegenmaßnahmen zu planen, diese umzusetzen und die Wirksamkeit zu kontrollieren. Wie Sie das genau handhaben, ist nicht festgelegt.

Eines steht hierbei aber fest. Mittelständler sind verpflichtet, ihr Risikomanagement zu professionalisieren. Denn nur so erhalten sie das Qualitätsmanagementzertifikat.

Fazit

Durch die neue Qualitätsnorm steigen die Anforderungen an die Qualitätsverantwortlichen, aber auch an die oberste Leitung. Die neue Qualitätsnorm bietet den Unternehmen auch mehr Flexibilität an vielen Stellen. Die Umsetzung des Qualitätsmanagementsystems zum Beispiel wird deutlich flexibler..

Damit bestehende Qualitätsmanagementsysteme weiter entwickelt und Strukturen hinterfragt werden, sollten Qualitätsverantwortliche die Revision nutzen. Um ein praxisnahes und erlebbares Managementsystem zu erhalten.

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