Fehler bewerten mit der Pareto-Analyse

Fehler bewerten mit der Pareto-Analyse

Sie wollen wissen, welche Fehlerarten das größte Qualitätsrisiko beinhalten. Kennen Sie schon das Pareto-Prinzip? Es besagt, dass 20 % des aufgewendeten Einsatzes 80 % der Ergebnisse bringt. Im Qualitätsmanagement gibt es ein mit der ABC-Analyse verfeinertes Verfahren, welches Ihnen sagt, bei welchen Fehlerarten Sie sofort ansetzen müssen, um den größten Block der verursachten Fehlerkosten zu beseitigen. Verwenden Sie dazu die Pareto-Analyse. Mit diesem Verfahren können Sie außerdem die Korrekturmaßnahmen bewerten. Doch wie identifizieren Sie diese entscheidenden Fehlerarten, um Ihre Qualität zu verbessern? Die Vorteile der Pareto-Analyse liegen für Sie in der Einfachheit: Fehler oder Abweichungen werden durch eine Gewichtung bewertet. Zudem erleichtert die grafische Darstellungsform Ihnen die Übersicht, denn die Bedeutung der einzelnen Fehler tritt sehr klar hervor.

Schritt 1: Legen Sie den zu untersuchenden Vorgang fest

Welchen Vorgang wollen Sie im Fertigungsprozess untersuchen? Grenzen Sie diesen Vorgang eindeutig und klar ab. Als Beispiel nehmen wir den Vorgang Produktion von Schrauben.


Schritt 2: Legen Sie Fehlerarten und Messzeitraum fest

In diesem Schritt bestimmen Sie, über welchen Zeitraum Sie die Häufigkeit von einzelnen Fehlern untersuchen wollen. Sie wählen die konkreten Messdaten aus, die Sie in einer Datensammlung erheben. Legen die nun die Art der Prüfungen und Messungen fest: Entscheiden Sie, ob Sie als Prüfung eine vollständige Qualitätskontrolle oder Stichproben durchführen und wie Sie die einzelnen Fehlerarten messen. Definieren Sie den Startzeitpunkt des Gesamtprojektes. Beispielsweise bestimmen Sie über einen Zeitraum von einem Monat die Anzahl der Schraubenfehler, die Abweichungen in folgenden Qualitätsgrößen aufweisen: Materialhärte, Ganghöhe des Gewindes, Tiefe der Gewinderillen, Länge und Kopfgeometrie.


Schritt 3: Bestimmen Sie die Häufigkeit und die Auswirkung des Fehlers

Nun bestimmen Sie die Fehleranzahl bzw. deren Auftrittswahrscheinlichkeiten, indem Sie die einzelnen Prüfungen und Messungen durchführen. Mittels Pareto-Analyse ordnen Sie jedem Fehler die zugehörigen Fehlerkosten zu. Multiplizieren Sie die Fehleranzahl mit den Fehlerkosten. Das Ergebnis ist die Bewertungsgröße. Diese ordnen Sie nach der Größe in eine Rangfolge.

Übersicht: Häufigkeit und Auswirkung der Fehler

Fehlerart Kosten / Fehler Fehler                            -anzahl Gesamt-kosten Rang
Materialhärte 1,50 € 650 1.125 € 1
Ganghöhe 3,00 € 100 300 € 4
Länge 1,00 € 600 600 € 2
Kopf 1,50 € 250 375 € 3
Tiefe 1,00 € 200 200 € 5

Schritt 4: Erstellen Sie die Pareto-Grafik als geordnetes Säulendiagramm

Die Pareto-Grafik ist eine Darstellung der Häufigkeit der einzelnen Fehler und der durch sie verursachten Kosten in einem Säulendiagramm. Der Übersichtlichkeit wegen präsentieren Sie die Fehlerquellen geordnet nach der Bewertungsgröße als Säulendiagramm.

Muster: Pareto-Grafik als Säulendiagramm

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5 Schritt: Identifizieren Sie die bedeutenden Fehler in einer ABC-Analyse

Um die *Pareto-Fortschrittskurve* gewichteter Fehler zu erstellen, nutzen Sie die Summenkurve. Sie erhalten die Gesamtfehlerkosten durch Summieren der einzelnen Fehlerkosten direkt. Hierbei entsteht die Fortschrittskurve in der Grafik zu Schritt 6.

Tragen Sie zur Durchführung der ABC-Analyse jetzt bei 70 % und 90 % der summierten Kosten eine waagerechte gestrichelte Linie ein, so dass sich die Fortschrittskurve in 3 Bereiche unterteilt:

* Bereich A: < 70 %: Das ist der Bereich, den Sie sofort bearbeiten müssen.
* Bereich B: zwischen 70 und 90 %: Dieser Bereich erfordert Bearbeitung.
* Bereich C: > 90 %: Das ist der Fehlerbereich geringerer Bedeutung.

Muster: Pareto-Fortschrittskurve gewichteter Fehler

!sites/default/files/uploads/img/Pareto_Fortschrittskurve.JPG(Pareto_Fortschrittskurve.JPG)!

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