Steigern Sie jetzt die Effektivität Ihrer Anlage mit der OEE-Berechnung

Steigern Sie jetzt die Effektivität Ihrer Anlage mit der OEE-Berechnung

Anlagen laufen nie störungsfrei. Neben geplanten Ausfallzeiten (aufgrund von Pausen, Schichtwechsel, Umrüstungen) können technische Pannen oder fehlendes Material Ihre Produktion stoppen. Die Effektivität einer Anlage können Sie berechnen. Die Methode dafür heißt Overall Equipment Effectiveness (OEE) oder auch Gesamtanlageneffektivität.

Die OEE ist von 3 Faktoren abhängig:

1. Anlagenverfügbarkeit

Im Wesentlichen ist das die verfügbare Maschinenlaufzeit für wertschöpfende Prozesse. Diese berechnen Sie wie folgt:

Maschinenlaufzeit = (Planbelegungszeit – geplante Ausfallzeiten) – ungeplante Ausfallzeiten – Rüstzeit

Wie in Ihrem Betrieb die Planbelegungszeit aussieht, hängt davon ab, in wie vielen Schichten an wie vielen Tagen gearbeitet wird. Wird in Ihrem Betrieb nur eine Schicht an 5 Tagen pro Woche gearbeitet, würde die Planbelegungszeit 8 Stunden x 5 Tage betragen. In einem 3-Schicht-Betrieb an 7 Tagen würde die Planbelegungszeit 24 Stunden x 7 Tage betragen. Von der Maschinenlaufzeit ziehen Sie die Ausfallzeiten ab:

* Zu den geplanten Ausfallzeiten gehören z.B. geplante Pausen und Wartungs- oder Instandsetzungsarbeiten.
* Zu den ungeplanten Ausfallzeiten gehören z. B. Maschinenstillstände wegen Reparaturen oder Materialmangels.


2. Effektivität der Anlage

Die Effektivität ist das Verhältnis von Ist-Menge (also der Menge, die produziert wurde) und Soll-Menge (also der Menge, die in der Maschinenlaufzeit produziert werden könnte). Daraus ergibt sich:

*Effektivität = Soll-Menge je Einheit x Ist-Menge : Maschinenlaufzeit*

3. Qualitätsrate

Diese berechnen Sie aus der Differenz der Menge der produzierten „Gut- Teile“ und der Menge der produzierten Teile:

*Qualitätsrate = Gut-Teile : Ist-Menge*

Danach lässt sich die OEE Ihrer Anlage wie folgt berechnen. Dabei gilt: Je höher die OEE ist, desto besser wird Ihre Anlage ausgenutzt:

*OEE = Verfügbarkeit x Effektivität x Qualitätsrate*


Kalkulationsbeispiel

Eine CNC-Drehmaschine soll in Ihrem Betrieb in 2 Schichten von je 8 Stunden Formteile drehen. Ihr Betrieb produziert 5 Tage pro Woche. Die Planbelegungszeit wäre also 80 Stunden je Woche (16 Stunden x 5 Tage). 3,5 Stunden in der Woche planen Sie für Wartungsarbeiten und Umrüstungen ein. Nach den letzten Messungen müssen Sie pro Woche durchschnittlich 0,5 Stunden ungeplante Stillstände durch Störungen kalkulieren. Damit wäre die Anlage 76 Stunden pro Woche einsatzbereit, die Anlagenverfügbarkeit läge bei ca. 95 %.

Nach Herstellerangaben lassen sich mit der Maschine 10 Teile Ihrer Anforderungsklasse in der Stunde produzieren. In den 76 Stunden, die die Maschine tatsächlich läuft, wären das 760 Einheiten, Sie erreichen aber lediglich 700. Der Leistungsgrad liegt damit bei 92 %.

Von den 700 produzierten Bauteilen können Sie 680 verwerten, womit sich ein Qualitätsfaktor von 97 % ergibt.

Mit all diesen Zahlen erhalten Sie letztlich das Ergebnis für die OEE: *OEE = 0,95 x 0,92 x 0,97 = 0,84*

Die OEE beträgt also 84 %.

OEE-Werte und ihre Bedeutung
unter 65 % Die Fertigung ist stark
verbesserungsbedürftig.
65–85 % Standard: In diesem
Bereich bewegen sich die
meisten Fertigungsbetriebe.
Es gibt dennoch
Verbesserungsbedarf.
über 85 % Die Fertigung ist auf einem
sehr hohen Niveau.

*Hinweis:*
Es reicht nicht, die OEE einmalig zu berechnen. Erst wenn Sie die Werte regelmäßig erheben und analysieren, erhalten Sie verlässliche Aussagen über die Gesamtanlageneffektivität.


Mit diesen Ansätzen können Sie die OEE verbessern

Wenn Sie die OEE erhöhen wollen, sollten Sie überprüfen, welche Verbesserungsmaßnahmen Sie in den jeweiligen Bereichen erreichen können. Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen können z. B. sein:

* die Auswechslung des Bedienpersonals,
* unnötige Tätigkeiten bei den Rüstvorgängen zu beseitigen und dadurch eine Erhöhung der Maschinenlaufzeit zu erreichen,
* auch bei nur kurzzeitigen Unterbrechungen der Maschinenlaufzeit die Probleme z.B. mittels einer Strichliste zu erfassen und deren Ursachen in einem späteren Schritt zu beseitigen.

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