So planen Sie Ihr Entwicklungsprojekt

So planen Sie Ihr Entwicklungsprojekt

Die Projektleitung einer Produktentwicklung liegt üblicherweise in den Händen des Leiters der F+E oder eines kompetenten Mitarbeiters der F+E-Abteilung. Um eigenständige Entscheidungen treffen zu können, sollte er die notwendigen Entscheidungsbefugnisse haben, insbesondere hinsichtlich der Teamzusammensetzung und der Verteilung der Aufgaben und der Verantwortungsbereiche.

Zur Führung des interdisziplinären und abteilungsübergreifenden Teams können Sie die Matrix- oder die Stabs-Projektorganisation wählen. Bemühen Sie sich um eine aktive Unterstützung Ihres Projektes durch die Geschäftsleitung.

Produktentwicklung ist Teamarbeit. Im Team sollten die Spezialisten mit den notwendigen Kenntnissen und Fähigkeiten aus den relevanten Fachabteilungen vertreten sein.

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Notwendig ist eine gute abteilungsübergreifende Zusammenarbeit. Nützlich sind dazu gemeinsame Workshops etwa beim Erreichen von Meilensteinen.

Es empfiehlt sich die Einrichtung eines Lenkungsausschusses, der die Aufgabe und Verantwortung hat, den Projektfortschritt zu verfolgen und dem Team beratend zur Seite zu stehen. Dieser Ausschuss kann sich aus Mitgliedern der Geschäftsleitung, Abteilungsleitern sowie technischen Experten aus den Fachabteilungen zusammensetzen.


Beziehen Sie die Produktion frühzeitig mit ein

Denken Sie schon bei der Entwicklung daran, dass das Produkt ja später produziert werden soll. Konstruieren Sie nichts, was anschließend nur schwierig und teuer zu produzieren ist. Dieses können Sie vermeiden, wenn Sie Mitarbeiter der Produktionsabteilung in Ihrem Team haben oder diese frühzeitig in die Entwicklung einbeziehen.


Beziehen Sie den Einkauf mit ein

Es kommt in den Betrieben leider immer noch vor, dass der Einkauf darum kämpfen muss, frühzeitig in die Produktentwicklung eingebunden zu werden. Der Einkauf ist jedoch wichtig, ist er doch das Verbindungsglied zu den Lieferanten und Zulieferern. Er sorgt dafür, dass die Zusammenarbeit in den späteren Phasen klappt. Als verantwortlicher Projektleiter sorgen Sie daher dafür, dass er schon früh mit dabei ist.


Beziehen Sie die Zulieferer mit ein

Die Zusammenarbeit mit Lieferanten in der Produktentwicklung ist wichtig für den Projekterfolg, weil Sie so deren Entwicklungs- und Fertigungskompetenz nutzen können. Damit können Sie Qualitätsverbesserungen erreichen sowie kosten- und zeitintensive technische Produktänderungen in späteren Phasen vermeiden. Um diese Vorteile in vollem Umfang zu nutzen, müssen Sie eine geeignete Form der Zusammenarbeit finden. Zu klären ist dabei insbesondere, wie weit Sie den Lieferanten in den Prozess integrieren wollen und welche Daten Sie dazu offenlegen müssen. Das erfordert Vertrauen und einen gut ausgearbeiteten Vertrag. Lassen Sie sich von Ihrem Partner in jedem Fall eine Verschwiegenheitsverpflichtung unterschreiben.


Definieren Sie die „Key-Milestones“

F+E-Projekte sind nicht einfach zu planen. Das Projektziel „ein neues innovatives Produkt“ ist grob vorgegeben. Da es jedoch sein endgültiges Design erst während der Entwicklung gewinnt und jeder Arbeitsschritt auf den kreativen Ergebnissen der vorherigen Entwicklungsstufen aufbaut, sind die einzelnen Aufgaben und ihre Abfolge nur grob strukturierbar. Jedes Projekt enthält typischerweise neuartige Arbeitsschritte, die so vorher noch nicht gemacht wurden. Das heißt, dass Sie den benötigten Zeit- und Ressourcenbedarf nicht präzise schätzen können.

Trotzdem müssen Sie Ihrer Terminplanung eine klare Struktur geben. Definieren Sie die wichtigsten Meilensteine: Welche Ergebnisse sollen bis zu welchem Zeitpunkt erreicht werden? Legen Sie diese Meilensteine gemeinsam mit Ihrem Team fest und sorgen Sie dafür, dass diese auch eingehalten werden. Ihren Mitarbeitern räumen Sie den Freiraum ein, den diese für eine eigenverantwortliche Arbeitsgestaltung benötigen.

Überwachen Sie die Meilensteine konsequent

Die Praxis in vielen Unternehmen zeigt, dass Entwicklungsprojekte entweder rechtzeitig fertig oder zu spät fertig werden – nahezu niemals aber zu früh. Wenn Sie diese Beobachtung auch schon gemacht haben, werden Sie auch den Grund kennen: Die noch verfügbare Zeit wird dazu genutzt, das Produkt „auf Hochglanz“ zu bringen.

Achten Sie in Ihrer Funktion als Projektleiter darauf, dass Ihre Mitarbeiter die Key-Milestones konsequent einhalten. Deren Einhaltung, und nicht maximale Produktfunktionalität, muss oberste Priorität beim Entwicklungsprojekt haben.


Gute Planung reduziert Wartezeiten

Viele Entwicklungsprojekte verzögern sich, weil die einzelnen Arbeitsschritte nicht aufeinander abgestimmt sind. Aufgrund von Kompetenzgerangel und unklaren Zuständigkeiten verzögern sich notwendige Genehmigungen und Entscheidungen. Wenn es Ihnen gelingt, diese Leerläufe durch eine gute Projektorganisation und -planung zu verhindern, können Sie Ihr Projekt in deutlich kürzerer Zeit durchführen.


Entwicklungszeit verkürzen – mit „Simultaneous Engineering“

Simultaneous Engineering (SE) zielt darauf, durch parallele Bearbeitung der einzelnen Arbeitsschritte die Entwicklungszeit zu verkürzen. Wenn beispielsweise einzelne Komponenten in ihrem Design festgelegt sind, kann der Werkzeugbau schon mit den Vorarbeiten beginnen.

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Damit aber tatsächlich eine Verkürzung der „time-to-market“ gelingt, sind eine gute Projektplanung sowie eine frühzeitige und intensive Zusammenarbeit der beteiligten Personen und Abteilungen unabdingbar.


Checkliste: So verbessern Sie Ihren Produktentwicklungsprozess

Die nachfolgende Checkliste stellt Ihnen noch einmal in Kürze die wichtigen Punkte dar, die Sie bei Ihrem Entwicklungsprojekt beachten sollten.

Versuchen Sie, die Kundenwünsche so genau wie möglich zu ermitteln.  
Stimmen Sie beim Design die Produkteigenschaften auf die Kundenwünsche ab.  
Bauen Sie keine Funktionen ein, für die der Kunde nicht bereit ist zu zahlen.  
Stimmen Sie sich bei der Entwicklung des Produkt-Designs eng mit dem Marketing und dem Vertrieb ab.  
Streben Sie ein hohes Maß an standardisierten Teilen an.  
Suchen Sie die Zusammenarbeit mit spezialisierten Zulieferern und Dienstleistern.  
Machen Sie sich über Entwicklungstechniken wie QFD, FMEA etc. sachkundig.  
Organisieren und planen Sie Ihr Entwicklungsprojekt mit aller Sorgfalt.  
Machen Sie eine robuste Projektplanung.  
Sorgen Sie dafür, dass auch über die Abteilungsgrenzen hinweg kooperativ zusammengearbeitet wird.  
Projektcontrolling ist wichtig. Achten Sie besonders auf die Einhaltung der „Key-Milestones“.  
Stellen Sie Ihr Team so zusammen, dass Sie sowohl die notwendigen Fachkenntnisse als auch alle relevanten Fachabteilungen im Team haben.  
Falls Ihren Mitarbeitern Projektmanagement-Kenntnisse fehlen, sollten Sie ihnen ermöglichen, sich auf diesem Gebiet fortzubilden.  
Binden Sie den Einkauf und die Produktion frühzeitig in den Produktentwicklungsprozess ein.  
Falls mit externen Lieferanten gearbeitet wird: Achten Sie darauf, dass diese frühzeitig in die Produktentwicklung mit einbezogen werden.  

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