Lieferantenauswahl: So wägen Sie Chancen und Risiken auch im Ausland ab

Lieferantenauswahl: So wägen Sie Chancen und Risiken auch im Ausland ab

Deutsche Unternehmen kaufen nicht gern im Ausland. Das fand die Forschungsgemeinschaft für Qualität FQS in ihrem aktuellen Leitfaden zur Risikominimierung bei der Beschaffung in Niedriglohnländern heraus. Gut 20 % seltener als der weltweite Durchschnitt greifen deutsche Unternehmen auf Zulieferprodukte aus dem Ausland zurück. Allzu hoch wird das *Risiko eingestuft, am Ende durch unvorhergesehene Ausfälle draufzuzahlen*. Doch den Risiken stehen große Chancen gegenüber: Neben *Einsparpotenzialen steigern Sie mit weltweiter Beschaffung Ihre Flexibilität* und erhalten Zugang zu neuen Kapazitäten. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen kommt es darauf an, die *Risiken und Chancen systematisch abzuwägen* und eine angemessene Risikostrategie zu erstellen. Hier finden Sie Strategien für den sicheren Umgang mit Lieferanten.


Achten Sie auf diese 4 Risiken bei der Beschaffung

Beschaffungsrisiken betreffen Sie als Qualitätsmanager in der Produktion direkt. Daher sollten Sie in den Prozess der *Auswahl von Lieferanten direkt eingebunden* sein. Sie können Qualitätsprobleme durch mangelhafte Technologien am besten erkennen. Doch neben diesen *technischen Risiken* behalten Sie auch andere Gefahren im Blick. *Technologische Risiken* (umfasst neben Qualitätsrisiken auch die Gefahr eines Know-how-Verlusts oder eines Kompetenzverlusts, weil Sie Prozesse auslagern, die Sie dann nicht mehr selber beherrschen)

* Prozessrisiken
* Gesetzliche und politische Risiken
* Risiken aufgrund höherer Gewalt

Schätzen Sie diese Risiken mithilfe der Tabelle ab.

Prozess-
risiken
Gesetzliche und politische Risiken Technologische Risiken
aufgrund höherer Gewalt
Ist das Management
verlässlich?

Können Sie die Ausfallrisiken
benennen und die Wahrscheinlich-

keit
einschätzen?

Verlieren Sie Kompetenzen dadurch, dass Sie Kernleistungen
einkaufen?
Können Sie Lieferrisiken durch
andere Quellen auffangen?

Sind Schnittstellen zwischen Auftrag-

geber und Zulieferer geklärt?

Ist Ihr Know-how gesichert? Kennen Sie die technischen Qualitätsrisiken, die beim Zulieferer entstehen können?

Haben Sie Strategien, wenn die Tele-

kommunikation
ganz oder teilweise
ausfällt?

Gibt es eine definierte
Produktstrategie, um
Liefertermine halten zu können?
Besteht die Gefahr, dass der Zulieferer Ihr Know-how für Produkte anderer
Abnehmer verwendet?
Können Sie rechtzeitig reagieren, wenn Qualitäts-probleme
auftreten?

Wie sicher ist die Logistik im Fall von Natur-

katastrophen?

Gibt es verlässliche Kommunikations-

wege,
um auf Abweichungen sofort zu reagieren?

Kann der Zulieferer mit Ihrem Knowhow,
selber Ihre Produkte anbieten?
Welche Nacharbeiten, Auftrags-verwirbelungen
oder Produktions-stopps
können durch Qualitätsrisiken entstehen?
Können plötzliche Unfälle die Produktionskette
lahmlegen?
Ist die Marktstellung des Zulieferers gesichert? Wird der Technologie-transfer
gesetzlich geregelt?
   

Entspricht die Unternehmens-kultur
des Zulieferers Ihren Wert-

vorstellungen?

Haben Sie sich über politische Instabilitäten
informiert, so dass Sie im Ernstfall rechtzeitig handeln können?
   

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