Glätten Sie Ihren Energieverbrauch: Das spart jede Menge Geld und hilft der Umwelt

Glätten Sie Ihren Energieverbrauch: Das spart jede Menge Geld und hilft der Umwelt

In Zeiten der Diskussion über Erderwärmung und Klimakatastrophe sind wir alle gefordert, die Effizienz nachhaltig zu erhöhen. Ein Idealfall ist dann gegeben, wenn Sie Kosten sparen können und zu einer Reduzierung der globalen Belastung beitragen können. Und das ist durchaus nicht unmöglich.


Kraftwerke müssen vom maximalen Bedarf ausgehen

Bei der Versorgung mit elektrischer Leistung stehen die Kraftwerke vor einem großen Dilemma. In Ihrem Liefervertrag ist eine zugesicherte Leistung angegeben. Das EVU (Energieversorgungsunternehmen) ist verpflichtet, Ihnen diese Leistung zu jedem Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen.

Nehmen Sie einmal der Einfachheit halber an, das Kraftwerk würde nur 3 Abnehmer versorgen, die einmal im Jahr eine Spitzenleistung von jeweils 10 MW benötigen. Es ist zwar unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen, dass alle 3 Verbraucher diese Spitzenlast zum selben Zeitpunkt abrufen. Also wäre der Kraftwerksbetreiber gezwungen, einen 30-MW-Block vorzuhalten, obwohl vielleicht nur ein Bruchteil der Energie benötigt würde. Der Wirkungsgrad fiele ins Bodenlose.

Die Praxis sieht zwar nicht ganz so dramatisch aus, denn durch intelligentes Netzmanagement und die Vielzahl von Abnehmern verteilen sich die Lasten. Der Kraftwerksbetreiber pendelt einen Kompromiss zwischen Machbarkeit und Sicherheit aus.


Der Kraftwerks-GAU: unvorhersehbare Situationen

Für das EVU wäre die ideale Situation eine absolut gleich bleibende vorhersagbare Netzbelastung. Nun könnten Sie sagen: „Das ist doch das Problem der Kraftwerksbetreiber!“ Aus 2 Gründen ist dem aber nicht ganz so:

* Eine schlechte Ausnutzung der Kraftwerke führt zu einer immensen Energieverschwendung (globales Interesse).
Die Garantie, eine hohe Lastspitze abfangen zu können, lässt sich das EVU natürlich mit einem hohen Preis bezahlen (Betriebsinteresse).

Wie können Sie diese Lastspitzen in den Griff bekommen? Führen Sie dazu die folgenden Schritte aus:


1. Schritt: Welche saisonalen Lastspitzen gibt es in Ihrem Betrieb?

Falls Sie in Ihrem Unternehmen über keine Infrastruktur zur Messung der elektrischen Leistung verfügen, hilft Ihnen eventuell Ihr EVU weiter. Die meisten Stromversorger bieten Lastkurven, die allerdings je nach Anbieter mehr oder weniger detailliert ausgeführt sind. Für die Ermittlung saisonaler Lastspitzen reicht die Angabe von Wochen- oder sogar Monatswerten. Wenn es bei Ihnen in bestimmten Monaten zu einer Erhöhung der Spitzenlasten kommt, analysieren Sie die Gründe dafür:

* Gibt es Produktionsspitzen?
* Benötigen Sie z. B. einen erhöhten Energiebedarf für die Kühlung?
* Setzen Sie bei Wärmeprozessen elektrische Energie ein, die im Winter zu Leistungsspitzen führt?


2. Schritt: Glätten Sie die Spitzen durch vorausschauende Planung

Saisonale Spitzen sind langfristige (mehr als ein Jahr) Phänomene, die Sie nur durch eine gezielte Optimierung in den Griff bekommen. Dazu können Sie unterschiedliche Strategien anwenden:

* Lagern Sie energieintensive Prozesse aus: Falls Sie die Spitzenlast nur für einen kurzen Zeitraum benötigen, um z. B. saisonale Produktionsspitzen zu bewältigen, kann eine Auslagerung dieser Prozesse günstiger sein.

* Glätten Sie die Produktion: Lässt sich die erhöhte Produktionskapazität durch gezielte Überproduktion zu anderen Zeiten ausgleichen? Diese Methode ist nur dann anzuraten, wenn die saisonale Überlastung auch sicher eintritt.

* Nutzen Sie alternative Energieträger: Industrieunternehmen entstehen und entwickeln sich über einen langen Zeitraum. Bei der Planung von Veränderungen werden aber häufig nur die Randbedingungen für dieses Projekt betrachtet. Die Gesamtauswirkungen auf den Betrieb sind nur schwer zu fassen.

* Betrachten Sie bei Investitionen immer die Folgekosten beim Energieverbrauch.

In einem mittelständischen Unternehmen soll zur Reinigung von Maschinenteilen eine Waschanlage installiert werden. Für die Anschaffung werden vor allem der Preis, die Zuverlässigkeit, die Verfügbarkeit von Ersatzteilen, der Service und der Energiebedarf berücksichtigt. Bei all diesen Faktoren fällt es schwer, eine Gewichtung vorzunehmen. Bei der endgültigen Wahl fällt die Entscheidung für ein Gerät mit elektrischer Heizung. Obwohl die Anlage in der Anschaffung das günstigste System ist, wird sie letztendlich doch zur teuersten Alternative. Durch die Installation der zusätzlichen elektrischen Leistung wird der Betrieb in eine höhere Leistungsklasse eingestuft und zahlt so jedes Jahr einen immensen Mehrbetrag.

Hier kann auch der Einsatz von Wind-, Solar- oder Blockheizkraftwerken (BHKW) eine interessante Möglichkeit sein. Falls die saisonale Spitzenlast im Sommer durch Kühlprozesse entsteht, können Sie diese mit Fotovoltaik effektiv unterstützen.

Gerade für Industriebetriebe der Prozesstechnik sind BHKW von großem Interesse. Wie gut ein solches System funktioniert, erleben Sie täglich (vor allem im Winter) in Ihrem Auto. Der Motor liefert die Wärme für die Heizung und den Strom für Ihre Beleuchtung. Bei einem BHKW gibt es ein festes Verhältnis zwischen produzierter elektrischer Energie und Wärme. Produzieren Sie von einem Anteil zu viel, verringert sich der Wirkungsgrad.

Falls Sie aber einen höheren Wärmebedarf und einen höheren Strombedarf haben, als das BHKW liefert, dann können Sie das System voll auslasten und als Unterstützung einsetzen.


3. Schritt: Reduzieren Sie auch die kurzfristigen Leistungsspitzen

Wenn Sie die Rechnung Ihres EVU bekommen, dann bestimmen 2 Faktoren den Preis:

*Arbeitspreis:* Die Energie oder Arbeit, die Sie umsetzen, berechnet sich aus der Leistung (kW) * Zeit (h). Dafür gibt es einen oder 2 feste Tarife (Tag-/Nachttarif).

*Leistungspreis:* Damit wird der Preis pro kW für die zugesicherte Leistung angegeben. Dieser Preis ist in der Regel für mind. 1 Jahr konstant.
Da sich der Leistungspreis nach der maximalen Lastspitze richtet, ist es nicht relevant, wie lange Sie diese Last benötigen. Aus diesem Grund sind besonders die kurzfristigen täglichen Lastspitzen zu analysieren.

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