Geringe Losgrößen: Verkürzen Sie die Rüstzeiten durch einen standardisierten Ablaufplan

Geringe Losgrößen: Verkürzen Sie die Rüstzeiten durch einen standardisierten Ablaufplan

Verständlicherweise versuchen Sie, häufige Umrüstungen zu vermeiden. Doch Sie können den Zeitverlust drastisch und messbar reduzieren, wenn Sie die hier vorgestellten Vereinfachungen konsequent in Ihrem Betrieb umsetzen.

Eine Auftragsfertigung stellt ganz besondere Anforderungen an die Produktion. Denn durch die Einzelstückfertigung müssen Sie die Maschinen häufiger umrüsten. Das setzt schnelle und professionelle Rüstprozesse voraus. Optimierten Sie diese Prozesse, bedeutet das für Ihren Betrieb: Sie erhöhen die Maschinenverfügbarkeit und können dadurch mehr Produkte produzieren. Durch die verringerten Losgrößen können Sie flexibler auf Kundenwünsche reagieren.

Da die Tätigkeiten des Rüstprozesses zumeist mit einer nicht wertschöpfenden Stillstandszeit der Fertigungsanlagen verbunden sind, erlangen die Konzepte für die Rüstzeitreduzierung eine besondere Bedeutung. SMED (Single Minute Exchange of Die, dt.: Werkzeugwechsel im einstelligen Minutenbereich) heißt das Verfahren, das die Rüstzeit einer Produktionsmaschine oder einer Fertigungslinie reduzieren soll.


Die SMED-Methode besteht aus 5 Schritten:

1. Schritt: Beobachten und messen Sie den Rüstvorgang

Zunächst analysieren Sie den Rüstvorgang, wie er in Ihrem Betrieb üblich ist. Halten Sie den Rüstvorgang fotografisch oder auf Film fest und notieren Sie jeden einzelnen Schritt des Rüstvorgangs. Stoppen Sie die Zeit, die ein Mitarbeiter für den Rüstvorgang benötigt.

2. Schritt: Trennen Sie internes und externes Rüsten

Sie werden feststellen, dass Sie den Rüstvorgang in insgesamt 3 Kategorien einteilen können:
* Notwendige Tätigkeiten, die den Stillstand der Maschine erforderlich machen (internes Rüsten)
* Notwendige Tätigkeiten, die bei laufender Maschine erfolgen können (externes Rüsten)
* Unnötige Tätigkeiten Zunächst analysieren Sie, welche Tätigkeiten unnötig sind. Diese Tätigkeiten sind Verschwendung und sollten eingestellt werden.

Zu den unnötigen Tätigkeiten zählt es, Werkzeug aus einem anderen Bereich des Betriebs oder des Arbeitsplatzes zu holen oder das Werkzeug bzw. Material nicht griffbereit zu haben. Stellen Sie deshalb sicher, dass Ihre Mitarbeiter zukünftig sämtliche Arbeitsmaterialien in ausreichender Menge griffbereit haben.

3. Schritt: Trennen Sie das externe Rüsten vom internen

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern, wie Sie das interne Rüsten in die Maschinenlaufzeit verlagern können.

Während die Maschine noch den alten Auftrag bearbeitet, können Sie bereits das Werkzeug für den neuen Auftrag heranschaffen und vorbereiten. Nach dem Rüstvorgang und dem erneuten Anlaufen der Maschine können Sie die Werkzeuge säubern und einlagern. Danach bereiten Sie den neuen Auftrag vor.

4. Schritt: Vereinfachen Sie die internen Rüstvorgänge

Nicht jeder interne Rüstvorgang kann in einen externen überführt werden. Aus diesem Grund sollten Sie sich darauf konzentrieren, die verbliebenen internen Rüstvorgänge zu rationalisieren und zu vereinfachen.

Setzen Sie Schnellspanner statt der bisherigen Schraubverschlüsse ein.

5. Schritt: Machen Sie den vereinfachten Rüstvorgang zum Standard

Wenn die Rüstzeit erfolgreich reduziert wurde, machen Sie ihn zum neuen Standard. Der Standard legt präzise die Reihenfolge der Vorgänge fest, die von den Mitarbeitern einzuhalten sind. Maßnahmen, um die optimierten Rüstzeiten zu standardisieren, sind:

* Erstellen Sie Checklisten, wie das externe Rüsten vor- und nachbereitet werden kann.
* Geben Sie die Reihenfolge für den Rüstvorgang vor.
* Erarbeiten Sie Standards, wie Rüstvorgänge an mehreren, parallel genutzten Maschinen ablaufen sollen.

*Hinweis:* Wiederholen Sie die ersten 4 Schritte so lange, bis die Rüstzeit erfolgreich reduziert wurde. Nach jedem Durchlauf wird dabei die neue Methode mithilfe eines verbesserten Standards festgehalten. Erst wenn Sie den Rüstvorgang optimiert haben, sollten Sie sich mit einem neuen Rüstvorgang beschäftigen.

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