Fehlerquellen in der Produktionskette identifizieren und beseitigen

Fehlerquellen in der Produktionskette identifizieren und beseitigen

Fehlervermeidung ist wirtschaftlicher, als Fehler später zu beseitigen. Außerdem treten nicht kalkulierbare Effekte auf, wie die Verärgerung von Kunden und Image-Verluste, die nur schwer oder gar nicht zu korrigieren sind. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen sind 75 % der Fehler an Produkten auf Probleme in Vorproduktionsstufen zurückzuführen. Ohne dortige Problemlösung werden die negativen Effekte in die Produktion oder sogar zum Kunden verlagert.


Vorbeugen ist besser als Nachbessern

Die vorbeugende Verhütung von Fehlern ist eine wesentlich komplexere Aufgabe als deren nachträgliche Beseitigung. In diesem Fall sind immer mehrere Unternehmensbereiche beteiligt. Um von Anfang an sicherzustellen, dass ein Produkt frei von Qualitätsmängeln ist, müssen Entwicklung und Konstruktion das Design der Produkte so festlegen, dass es den Qualitätsanforderungen des Marktes heute und in Zukunft entspricht. Dazu benötigen Sie die Informationen des Verkaufs über die Entwicklung der Kundenbedürfnisse ebenso wie Informationen des Einkaufs über die Qualität von zugekauften Rohstoffen, Teilen und Leistungen sowie gegebenenfalls über technologische Entwicklungen.


Schulen Sie abteilungsübergreifend

Die Produkte müssen außerdem fertigungsgerecht konstruiert werden. Je komplexer das Produkt, desto aufwändiger und fehleranfälliger ist die Fertigung. Hier ist die Abstimmung mit der Produktion und der Produktionssteuerung notwendig. Zur Vermeidung von Fertigungsfehlern müssen die Maschinen in der Lage sein, innerhalb der Toleranzgrenzen zu arbeiten, und die Mitarbeiter müssen dahingehend geschult werden, die Prozesse und Arbeitsabläufe fehlerfrei durchführen zu können. Hierzu ist die Zusammenarbeit von Werkzeugbau, innerbetrieblicher Wartung und Instandhaltung, Fertigungssteuerung sowie Schulung notwendig.


Die Lösung: ein funktionsübergreifendes Qualitätsmanagement

Auch bei Fehlern, die die Ablauforganisation betreffen, sind mehrere Instanzen beteiligt, z. B. der Verkauf, der unrealistische Liefertermine vereinbart hat, der Einkauf, der wenig zuverlässige Lieferanten ausgewählt hat, oder die Disposition, die die Verfügbarkeit von Material bei der Auftragsfreigabe nicht sichergestellt hat. Die Praxis zeigt immer wieder, dass es bei der Fehlervermeidung auf reibungslose Prozesse ankommt, und zwar nicht nur in der Fertigung, sondern in allen Bereichen des Unternehmens, um ein funktionsübergreifendes Qualitätsmanagement zu erreichen. Hilfestellung bei der Gestaltung von branchenunabhängigen Qualitätsmanagement-Systemen gibt die Normenreihe DIN ISO 9000.


Beheben Sie die Ursache, nicht die Symptome

Die nachträgliche Fehlerbeseitigung ist einfacher zu organisieren als die Fehlervermeidung. Die Zuständigkeiten sind eindeutig und klar: Die Bearbeitung von Reklamationen übernimmt der Verkauf, die Untersuchung des Sachverhaltes wird von der Qualitätsprüfung durchgeführt und die Nachbesserung ist Sache der Produktion. Der entscheidende Nachteil der Fehlerbeseitigung ist, dass nur Symptome korrigiert, die Fehlerursachen aber gar nicht erkannt werden.


Qualität und Kosten

Die genauen Kosten der Fehlervermeidung sind im Vergleich mit den Kosten für die Fehlerbeseitigung nur sehr schwer zu ermitteln. Entwicklungskosten für ein neues Produkt entstehen in jedem Fall, ob das Design qualitäts- und fertigungsgerecht ist oder nicht. Leichter abzuschätzen sind die Kostenauswirkungen, die durch die Vermeidung von Fertigungsfehlern entstehen.

Fehlervermeidung
Bereich Zuständigkeit
Vermeiden von Qualitätsmängeln in Produkten und Leistungen Forschung und Entwicklung
Konstruktion
Einkauf
Produktionssteuerung
Verkauf
Vermeiden von Fertigungsfehlern Forschung und Entwicklung
Konstruktion
Werkzeugbau
innerbetriebliche Wartung und Instandhaltung
Produktionssteuerung
Vermeiden von ablauforganisatorischen Fehlern, z. B. zu enge Terminvorgabe, unklare Auftragsspezifikationen, Nachschubschwierigkeiten Produktionsplanung
Einkauf/Disposition
Logistik
Verkauf
 
Fehlerbeseitigung
Aufgabe Zuständigkeit
Prüfung Qualitätsprüfung
Nacharbeit Produktion
Reklamation Vertrieb
Kosten
Qualitätssicherung
   

Fehlerkosten
Zusatzaufwendungen für die Qualitätssicherung auf Grund der Abstimmung verschiedener Abteilungen
   

Erlösschmälerung wegen Ausschuss und Wertminderung
Aufwendungen für intensive innerbetriebliche Instandhaltung Aufwendungen für Nacharbeit zur Beseitigung von Fehlern
Prüfungskosten Aufwendungen für Gewährleistung beim Kunden
  Entgangener Gewinn wegen Auftragsverlusten auf Grund von Qualitätsmängeln

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