Assessment-Center: 6 Tipps, wie Sie sich für die härteste Prüfung Ihrer Führungsfähigkeiten fit machen

Assessment-Center: 6 Tipps, wie Sie sich für die härteste Prüfung Ihrer Führungsfähigkeiten fit machen

Assessment Center (AC) sind in vielen Unternehmen inzwischen ein wichtiges Instrument nicht nur für die externe Bewerberauswahl, sondern auch für die interne Personalentwicklung etwa von Führungs- kräften. Hausinterne Potenzial- Assessments, in denen sie ihre sozialen Kompetenzen und ihr Entwicklungspotenzial beweisen müssen, werden immer beliebter.

Soft Skills sind das A und O: Ob in Einzel- oder Gruppen-ACs – überall stehen dieselben Soft Skills der Kandidaten im Fokus: Führungsqualitäten, Stress – resistenz, Team-, Durchsetzungs-, Entscheidungs- und Präsen- tationsfähigkeit, Kreativität, Leistungsmotivation, Verantwortung usw.

So läuft ein typisches AC ab: Ein AC dauert 1 bis 4 Tage, meist mit 6 bis 12 Teilnehmern. Personalmanager, Vorgesetzte und/oder externe Berater beurteilen Sie anhand vorgegebener Kriterien. In der Regel beinhaltet jedes AC neben unternehmensspezifischen Inhalten eine Vorstellungs- runde, Einzelund Gruppeninterviews, Rollen- und Planspiele, Übungen zur Entscheidungsfindung, Diskussionen und Präsentationen. In manchen ACs werden sogar Konzentrations- und Persönlichkeitstests durchgeführt.

So bereiten Sie sich auf ein AC vor

1. Legen Sie sich eine kurze Selbstpräsentation zurecht. Machen Sie sich Ihre Stärken und Schwächen bewusst und umreißen Sie Ihre Ziele. Beschränken Sie sich auf aktuelle, besonders überzeugende Erfolge und sprechen Sie Privates nur kurz an.

2. Erhöhen Sie Ihren Souveränitätsfaktor und machen Sie sich mit Gesprächs- und Argumentationstechniken vertraut, die Sie in Meetings, Präsentationen, Kritik- und Kundengesprächen bewusst einsetzen können.

3. Machen Sie sich mit Übungen zum Intelligenz-, Leistungs- und Persönlichkeitstest fit! Das Internet bietet eine Vielzahl kostenloser Tests.

4. Gehen Sie ausgeruht ins AC. Bleiben Sie gelassen. So haben Sie die besten Voraussetzungen, um die Aufgaben gut zu bewältigen.

Etikette-Test bestehen

Bei gemeinsamen Mittag- und/oder Abendessen stehen Sie bzw. Ihre Tischmanieren, Umgangsformen und Ihre Small-Talk-Fähigkeiten unter Beobachtung.

Beschweren Sie sich in den Pausen nicht über die AC-Übungen. Klagen Sie nicht über den Stress. Versuchen Sie nicht, Vorabinfor- mationen zu erhalten. Spielen Sie nicht den Alleinunterhalter, aber seien Sie auch nicht wortkarg. Führen Sie stattdessen lockeren Small-Talk und hören Sie den anderen zu. Halten Sie sich vor allem mit alkoholischen Getränken zurück und laufen Sie nicht alle 10 Minuten vor die Tür, um eine Zigarette zu rauchen.

So meistern Sie AC-Übungen sicher

Selbstpräsentation: Bei dieser Aufgabe stellen Sie sich kurz mit Namen und Ihrer aktuellen Tätigkeit vor.

Die Prüfer beobachten hier vor allem Ihre Kontakt- und Ausdrucks- fähigkeit sowie Ihr Auftreten. Sprechen Sie möglichst frei und deutlich. Achten Sie auf Ihre Körpersprache und halten Sie Augen- kontakt zu Ihrem Publikum.

Gruppendiskussionen: Hier diskutieren Sie über ein vorgegebenes Thema (z. B. Ende der Wehrpflicht – Pro oder Contra). Wichtig dabei ist, wie Sie Ihren persönlichen Standpunkt vertreten. Tipp: Die Beobachter checken, ob Sie sich durchsetzen und andere überzeugen können. Deshalb:

* Gehen Sie souverän mit Dauerrednern, Schweigern oder persönlichen Angriffen um.

* Lassen Sie sich nicht provozieren, bleiben Sie auf der Sachebene.

* Zeigen Sie Kompromissbereitschaft.

* Geben Sie nicht vorschnell auf.

Rollenspiele: Hier werden berufliche Stress- und Konfliktsituationen simuliert. Sie müssen in die Rolle eines Mitarbeiters, Kunden oder Vorgesetzten schlüpfen. In der Regel übernimmt ein AC-Beobachter
den Gegenpart. Das Rollenspiel selbst dauert 10 bis 30 Minuten. Die Vorbereitungszeit für Sie beträgt etwa 5 bis 15 Minuten.

Die AC-Prüfer registrieren im Rollenspiel neben Ihrer Ausdrucks- fähigkeit auch Ihre Fähigkeit zur Diplomatie, Ihre Sensibilität und Flexibilität sowie Ihre Entscheidungs- und Überzeugungskraft.

Beispiele:

* Wie führen Sie z. B. ein Kritikgespräch mit einem Mitarbeiter?

* Wie gehen Sie mit Kundenbeschwerden oder mit aggressiven Mitarbeitern um?

* Die Beobachter stellen anhand Ihres gesamten Verhaltens im Rollenspiel
Prognosen zu Ihrem späteren Verhalten als Führungskraft.

Postkorbübung – der Klassiker unter den AC-Aufgaben:

Hier müssen Sie in kurzer Zeit eine Vielzahl von schriftlich fixierten Vorgängen und Informationen lesen, auswerten, persönlich bearbeiten oder delegieren.

Diese Übung zielt darauf ab, dass Sie nicht alle Aufgaben in der vorgegebenen Zeit optimal bearbeiten können. Es stehen also Ihre Entscheidungsfähigkeit und schnelle Auffassungsgabe im Mittel- punkt. Deshalb:

* Bewahren Sie in hektischen Situationen einen kühlen Kopf.

* Unterscheiden Sie auch unter Zeitdruck Wichtiges von Unwichtigem.

* Lassen Sie sich nicht zu Aktionismus verleiten.

* Planen Sie Ihr Vorgehen genau und lesen Sie alle Infos zuerst einmal durch. Denn nur so können Sie auch sehen, welche Vorgänge im Zusammenhang stehen.

* Nutzen Sie alle Ihnen zur Verfügung stehenden Medien (z. B. Kalender). Grundsätzlich gilt es dabei Berufliches vor Privatem zu priorisieren, allerdings nicht bei dringenden persönlichen Angelegenheiten (z. B. Unfall von Ehepartner oder Kind).

Meist schließt sich an den Postkorb eine Befragung (Helicopter View) an, in der Sie Ihre Entscheidungen argumentationsstark begründen müssen.

Präsentation: Nach kurzer Vorbereitungszeit sollen Sie zu einem vorgegebenen Thema einen etwa 5-minütigen Kurzvortrag halten. Auch Stegreifvorträge ohne Vorbereitung sind beliebt.

Hier beurteilen die Prüfer Form und Inhalt Ihrer Präsentation. Gefragt sind insbesondere Ihre Rhetorik, Überzeugungskraft und Darstellungskunst. Bei einem Vortrag aus dem Stegreif wird von Ihnen erwartet, dass Ihre Ausführungen logisch sind und die wesentlichen Punkte enthalten. Wichtig ist auch, dass Sie ruhig bleiben und versuchen, Ihr Publikum für sich zu gewinnen. Dies gilt auch dann, wenn von den Prüfern kritische Nachfragen zu Ihrem Vortrag kommen.

Wie Sie das Einzelinterview meistern

Das Einzelinterview im Rahmen des AC ist mit einem normalen Vorstellungsgespräch vergleichbar. Einer oder mehrere Gesprächspartner befragen Sie zu Ihrem Lebenslauf, Ihren beruflichen Vorstellungen und langfristigen Zielen. Im Fokus stehen außerdem Ihre Persönlichkeit, Leistungsmotivation und emotionale Stabilität. Rechnen Sie mit Fragen bezüglich Ihrer Selbsteinschätzung, Stressresistenz und Ihrer Stärken und Schwächen. Im Zentrum steht Ihre Fähigkeit, sich gut zu präsen- tieren. Aber auch Ihre fachliche Kompetenz und Ihr Firmenwissen werden abgeklopft. Die AC-Prüfer wollen Sie richtig kennen lernen. Auch mit Fallstudien werden Sie konfrontiert, bei denen Sie zu einem bestimmten Problem Entscheidungen treffen und diese begründen sollen. Gelegentlich befragen die Prüfer Sie sogar zu Ihren Mitbewerbern.

Bereiten Sie am besten eine kleine Selbstpräsentation mit den wichtigsten Stationen Ihres Lebenslaufes vor. Zeigen Sie ange- messene Selbstsicherheit, aber vermeiden Sie eine übertriebene Selbstdarstellung mit zu viel Eigenlob. Überzeugen Sie durch gute Rhetorik, klare Ziele, durchdachte Lösungsvorschläge sowie Flexibilität und äußern Sie sich niemals negativ über Mitbewerber, Vorgesetzte oder das Unternehmen.

Ausnahmesituation: Stressinterview

Es kann passieren, dass Ihr Gesprächspartner das Gespräch nach kurzer Zeit bewusst in ein Stressinterview „umkippt“. Es wird in der Regel noch mal besonders intensiv auf Ihre Persönlichkeit und Ihren beruflichen Werdegang eingegangen. Ziel ist es, Sie mit unangenehmen Interview-Methoden aus der Reserve zu locken und Ihre Stress- Frustrations-Toleranz zu testen.

So können Sie mit sinnlosen Fragen oder Wiederholungen konfrontiert werden. Der Interviewer könnte Ihre Aussagen als unglaubwürdig und lächerlich hinstellen oder negativ deuten. Es kann sogar so weit kommen, dass er Ihnen in unsachlicher und beleidigender Weise negative Eigen- schaften unterstellt. Ein Angriff könnte z. B. lauten: „Finden Sie nicht auch, dass diese Position etwas über Ihren Fähigkeiten liegt?“ oder „Mit Ihrem Aussehen und Auftreten können wir Sie natürlich nicht auf unsere Kunden loslassen.“

Denken Sie immer daran:
Diese Fragen sollen Sie nur provozieren. Reagieren Sie deshalb nicht über, denn genau das bezweckt der Angreifer. Bleiben Sie trotz allem höflich und sachlich. Sie haben es nicht nötig, aus der Luft gegriffene Behauptungen und Anschul- digungen zu kommentieren. Beantworten Sie einfach alle Fragen so knapp wie möglich, etwa so: „Das ist Ihr subjektiver Eindruck. Ich weiß nicht, wie Sie dazu kommen. Ich sehe das anders.“

Bei deutlichen Grenzüberschreitungen sollten Sie sich in höflicher Form Frechheiten und Unterstellungen Ihres Gesprächspartners verbitten. So zeigen Sie Selbstsicherheit und Durchsetzungsvermögen – Soft Skills also, auf die es ja im AC ankommt.

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