Welche Technik eignet sich am besten zur Wasseraufbereitung in Ihrem Labor?

Welche Technik eignet sich am besten zur Wasseraufbereitung in Ihrem Labor?

Vollentsalztes Wasser ist sicher auch in Ihrem Labor das wichtigste Lösungsmittel für Ihre Analysen. Auch bei der Dampferzeugung für Sterilisatoren oder für Laborspülmaschinen ist es nicht wegzudenken. Wasser eines hohen Qualitätsstandards bereit- zustellen erfordert hohe Investitions- und Betriebs-
kosten. Die eingesetzte Aufbereitungstechnik ist für eine wirtschaftliche Bereitstellung entscheidend.

Gehen Sie deshalb bei Laborneuplanungen oder -änderungen schrittweise vor:

Schritt 1: Bestimmen Sie die Qualität Ihres Speisewassers

Lassen Sie sich eine komplette Wasseranalyse von Ihrem örtlichen Wasserversorger zukommen. Dieser Service kostet nichts und die Wasseranalyse ist für eine genaue Auslegung der Anlage unerlässlich. So macht z. B. ein hoher Salzgehalt den Einsatz eines Ionenaustauschers bei großen Wassermengen unwirtschaftlich.

Schritt 2: Ermitteln Sie den Bedarf Ihres Labors

Für die wirtschaftliche Planung Ihrer Anlage ist es unverzichtbar, den tatsächlichen Bedarf Ihres Labors zu ermitteln. Ein analytisch arbeitendes Labor hat z. B. einen Verbrauch an aufbereitetem Wasser von oft nur etwa 50 Litern pro Arbeitstag.

Hinweis:
Vergessen Sie bei der Ermittlung Ihres Bedarfes an VE-Wasser nicht die Reinigungsaufgaben. Die meisten Programme von Laborspülmaschinen arbeiten mit 3 Spülungen. Welche Wassermenge dafür nötig ist, ent- nehmen Sie den Herstellerunterlagen.

Schritt 3: Welche Wasserqualitäten benötigen Sie an welchem Arbeitsplatz?

* Welche Restleitfähigkeit benötige/ toleriere ich für meine Analysen?

* Wie hoch ist die Arbeitstemperatur des Wassers? (Bei Temperatur-
zunahme erfolgt eine Zunahme der Leitfähigkeit.)

* Sind zusätzliche Parameter wie TOC, Pyrogene oder Keimgehalt relevant?

* Welche Vorschriften sind für Ihren Bereich gültig, z. B. GMP ect.?

Schritt 4: Zentrale oder dezentrale Aufbereitung?

Um hier die richtige Entscheidung zu treffen, werten Sie die Ergebnisse aus Schritt 2 und 3 aus. Häufig finden sich in Laboren zu große zentrale Anlagen, obwohl kleinere Geräte am Ort des Verbrauchs oftmals kosten-günstiger wären. Ist die Verbrauchsmenge am einzelnen Laborplatz gering, sind die Verbrauchsstellen weit voneinander entfernt oder die Anforderungen an die Wasserqualität sehr unterschiedlich, ist eine dezentrale arbeitsplatz-spezifische Lösung oft wirtschaftlicher. Möglich sind aber auch zentrale Anlagen mit einer individuellen Nach- bereitungsanlage (Polisher) am jeweiligen Laborplatz.

Schritt 5: Ionenaustauscheranlage versus Umkehrosmose

Eine Umkehrosmoseanlage reduziert den Salzgehalt um ca. 95–98 % des Speisewassers. Sie werden daher nicht Wasserqualitäten von 0,1 oder sogar 0,055 μS/cm erreichen. Nur mit einem Mischbettionenaustauscher oder einer Umkehrosmose-Anlage mit nachgeschalteter elektrochemischer Entsalzung (EDI) erzielen Sie diese Werte.

Die Mischbett-Vollentsalzungsanlage

Bei diesem Verfahren wird das Wasser zunächst durch einen mit H+-Ionen beladenen stark sauren Kationenaustauscher geleitet. Dabei werden alle Kationen entfernt und gegen H+-Ionen ausgetauscht. Anschließend wird das Wasser durch einen mit OH–Ionen beladenen stark basischen Anionenaustauscher geleitet. Hier werden die im Wasser vorhandenen Anionen gegen OH–Ionen ausgetauscht.

Ein regelmäßiger Wechsel der Patronen ist erforderlich

Das erschöpfte Harz wird von Ihrem Anbieter regeneriert, desinfiziert und anschließend wieder in die Patronen gefüllt. Die Regeneration erfolgt mit Salzsäure (Kationentauscher) und Natronlauge (Anionentauscher). Bezüglich der Menge an diesen Regenerationschemikalien und des Spülwassers gibt es bei den Herstellern erhebliche Unterschiede. Ein Vergleich kann sich für Ihr Labor aber lohnen.

Entsalzung durch Umkehrosmose bei höherem Bedarf.

Verbrauchen Sie in Ihrem Labor zwischen 70 und 100 Liter Reinstwasser pro Arbeitstag, können sich die höheren Investitions- und Betriebskosten der Umkehrosmose lohnen. Bei diesem rein mechanischen Filtrationsprozess können Sie die ionogene und die biologische Fracht stark reduzieren. Eine Vorbehandlung des Speisewassers ist erforderlich, um eine Ausfällung auf der Membran-
oberfläche zu verhindern.

Wenn erforderlich, können Sie elektrochemisch nachbehandeln

Durch die Kombination mit einem Ionentauscher erhalten Sie mit dieser Technik die Qualität eines Mischbettionenaustauschers (0,1 μS/cm) aber mit einem TOC-Gehalt von unter 50 µg/L. Sie sehen also: Eine Vielzahl von Möglichkeiten ist denkbar. Neben der Wassermenge und der Qualität, die Sie für Ihre Analysen benötigen, sind auch spezifische Gebäude-
anforderungen mit zu beachten

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