Mit der Rückrechnung und Differenzkalkulation zum tatsächlichen Gewinn

Mit der Rückrechnung und Differenzkalkulation zum tatsächlichen Gewinn

Häufig muss sich ein Unternehmen am Markt an den Preisen des Wettbewerbs orientieren. Daher stellt sich Ihnen bei der Kalkulation die Aufgabe, von einem gegebenen Verkaufspreis auf die aufzuwendenden Fertigungslöhne oder Fertigungsmaterialien zurückzurechnen. Durch die anschließende Differenzkalkulation stellen Sie fest, ob sich die Ausführung des Auftrags unter den gegebenen Umständen lohnt.

Sie ermitteln in der Vorkalkulation den Verkaufspreis für eine Dienstleistung in Ihrem Labor mit 1.260 €. Die gleiche Dienstleistung wird von einem Ihrer Wettbewerber aber zu einem Preis von 1.160 € angeboten.

Jetzt müssen Sie folgende Punkte berücksichtigen, um eine realistische Kalkulation zu erstellen:

# Wie hoch dürfen Ihre Kosten für das Fertigungsmaterial höchstens sein, wenn Sie mit gleichem Gewinnzuschlag arbeiten wollen?
# Wie stark reduziert sich Ihr Gewinnzuschlag, wenn sich herausstellt, dass Ihre Kosten für das Fertigungsmaterial 350 € betragen?


So ermitteln Sie in nur 3 Schritten die maximalen Kosten Ihres Fertigungsmaterials

* Schritt 1: Stellen Sie zuerst ihr Kalkulationsschema auf (differenzierende Zuschlagskalkulation)
* Schritt 2: Rechnen Sie stufenweise zurück vom Angebotspreis bis zum Barverkaufspreis (Prozentrechnung vom Hundert).
* Schritt 3: Rechnen Sie stufenweise zurück vom Barverkaufspreis zum Fertigungsmaterial (Prozentrechnung auf Hundert).


Rechenbeispiel: So ermitteln Sie die maximalen Kosten Ihres Fertigungsmaterials

Angebotspreis   1.160,00 100%    
+ Kundenrabatt 20%   232,00 20%    
Zielverkaufspreis   928,00 80% 100%  
+ Kundenskonto 3%    27,84      3%  
Barverkaufspreis   900,16     97% 112,5%
+ Gewinnzuschlag 12,5%   100,02     12,5%
Selbstkosten des Auftrags   800,14 120%   100,0%
+ Vw und VGKZ 20%   133,36   20%    
Herstellungskosten   666,78 100%  
Fertigungskosten   330,00 300%  
+FGKZ 200% 220,- 200%  
Fertigungslöhne 110,-   100%  
Materialkosten   336,78 105%  
+ MGKZ 5% 16,04   5%  
Fertigungsmaterial 320,74     100%  

Schritt für Schritt zur Ermittlung des reduzierten Gewinnzuschlages

* 1. Schritt: Stellen Sie Ihr Kalkulationsschema auf.
* 2. Schritt: Rechnen Sie stufenweise vom Fertigungsmaterial bis zu den Selbstkosten.
* 3. Schritt: Rechnen Sie stufenweise vom Verkaufspreis bis zum Barverkaufspreis.
* 4. Schritt: Ermitteln Sie den Gewinn in Euro als Differenz zwischen Selbstkostenpreis und Barverkaufspreis.
* 5. Schritt: Berechnen Sie mit einem Dreisatz den Gewinn in Prozenten der Selbstkosten (diese entsprechen 100 %).


Rechenbeispiel: Ermittlung des reduzierten Gewinnzuschlages

Fertigungsmaterial 350,00  

Differenz
BVKP – SKP

+ MGKZ 5%   17,50  
Materialkosten   367,50
Fertigungslöhne 110,00  
+ FGKZ 200% 220,00  
Fertigungskosten   330,00
Herstellungskosten   697,50
+ Vw und VGKZ 20% 139,50  
Selbstkosten des Auftrags   837,00
Gewinnzuschlag 7,55%   63,16
Barverkaufspreis   900,16
+ Kundenskonto 3%     27,84
Zielverkaufspreis   928,00
+ Kundenrabatt 20%   232,00
Verkaufspreis   1.160,00
Gewinnzuschlag: 63,16 x 100  = 7,55%      837,00

Nun stellt sich die Frage, ob Sie den reduzierten Gewinnzuschlag von 7,55 % akzeptieren möchten und können. So kann es durchaus wirtschaftlich sein, im Sinne der Kundenbindung, eine neue Dienstleistung für einen alten Kunden durchzuführen. Beachten Sie bei Ihrer Entscheidung, wie viele Mitarbeiter für diesen Auftrag gebunden sind, die Ihnen dann für lukrativere Aufträge nicht mehr zur Verfügung stehen.

Fällt der Auftrag in die Haupturlaubszeit Ihrer Mitarbeiter und müssen Sie gerade mit einer Minimalbesetzung um die Runden kommen, überlegen Sie genau, ob sich die Mehrbelastung wirklich lohnt.

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