Geeignete Labor-Armaturen: Messing – Kunststoff – Edelstahl

Geeignete Labor-Armaturen: Messing – Kunststoff – Edelstahl

Reines Wasser greift unreine Metalle in Rohrleitungen und Armaturen an. Daher sollten Sie Ihre Entscheidung über das Material der Armaturen nicht fällen, bevor Sie sich hier über alle Vor- und Nachteile ausgiebig in formiert haben. Wasser unterschiedlicher Qualitäten ist in Laboren allgegenwärtig. Je nachdem, welche Leitwerte Sie mit Ihrer Anlage erzielen wollen bzw. welche Qualitäten Sie für Ihre Analysen benötigen, erfolgt auch die Auswahl der geeigneten Armatur.

Mit der Reinheit nimmt auch die Aggressivität von Wässern zu. Der Grund ist das Bestreben, die fehlenden Metallionen in Lösung zu nehmen. Je unreiner die Metalle in Rohrleitungen oder Armaturen sind, desto stärker werden sie von Ihrem reinen Wasser angegriffen. Das bedeutet, dass Sie konventionelle Rohrleitungen und Armaturen aus Messing nicht einsetzen können. Geeignet sind stattdessen Materialien aus speziellen Kunststoffen (PP, PVDF) und Edelstahl (Güte 1.4571 bzw. AISI 316), die von entmineralisierten Wässern bzw. Reinstwässern nicht angegriffen werden. Grundsätzlich haben Sie für Ihr Labor diese 4 Möglichkeiten:


1. Messingarmaturen mit Nickelschicht (nur für demineralisiertes Wasser geeignet)

Beim Chemisch-Nickel-Verfahren wird eine konventionelle Messingarmatur in eine Prozesslösung mit einem definierten Gehalt an Nickelionen getaucht. Die Armatur bekommt so innen eine dünne Nickel-Phosphor-Legierungsschicht und wird dadurch korrosionsbeständiger. Die Nickelschicht (Halbedelmetall) wird jedoch mit der Zeit von Reinstwässern angegriffen und abgebaut. Diese Art der Armaturen ist deshalb für Ihr Labor nur geeignet, wenn Qualitäten von > 0,1 µS/cm für Ihre Anwendungen ausreichen. Die Standzeit ist dabei umso kürzer, je reiner Ihr Laborwasser ist. Der mit dieser Korrosion verbundene Materialabtrag führt zur Verunreinigung und zu einer Erhöhung der Leitfähigkeit des Wassers durch freigespülte Metallionen.


2. Kunststoffarmaturen

Armaturen, die vollständig aus PVC (Polyvinylchlorid) hergestellt sind, haben den Nachteil, dass es aufgrund von Versprödung zu Ausfällen kommen kann. Die häufig verwendeten Kugelventile sind außerdem zum exakten Dosieren weniger gut geeignet.

Wählen Sie stattdessen eine Kunststoffarmatur aus PP (Polypropylen), erhalten Sie eine praktikablere Lösung für Ihr Labor, die laut DIN EN 12918, Teil 1 einer Belastung mit 120 Newton standhält. Die durch Membranoberteile erzielte Dosiergenauigkeit und der Verzicht auf Fett oder andere Schmierstoffe, die Ihr Wasser verunreinigen können, sprechen ebenfalls für diese Lösung. Mediumsdrücke bis 10 bar sind möglich. Die maximale Temperatur Ihres Reinstwassers darf 60 °C betragen (Druck dann maximal 8 bar).


3. Edelstahlarmaturen

Die höheren Kosten einer Armatur aus Edelstahl lohnen sich dann, wenn Anlagen z. B. thermisch sterilisiert werden oder anderweitig mit Temperaturen über 60 °C gearbeitet wird. Drücke bis 10 bar sind mit Edelstahlarmaturen selbst bei diesen hohen Temperaturen möglich. Für diese Variante sollten Sie sich auch entscheiden, wenn Sie mit Mischwässern oder Ozon-angereichertem Wasser arbeiten.


4. Messingarmaturen mit integriertem Kunststoffrohr

Ein integriertes Rohr aus PP oder PVDF (Polyvinylidenfluorid) verhindert, dass das Reinstwasser mit dem Metall in Kontakt kommt. Armaturen, deren Oberteil auch aus Kunststoff besteht, eignen sich gut für den Einsatz in Ihrem Labor.

PVDF ist ein transparenter teilkristalliner thermoplastischer Fluorkunststoff. Er kann bis 140 °C eingesetzt werden und eignet sich daher auch für eine Sterilisation mit Dampf. Als Rohrleitungswerkstoff in Reinstwasseranlagen besitzt er durch seine Oberflächengüte und seine günstigen physiologischen Eigenschaften einige Vorteile gegenüber Edelstahl.

*Fazit:* Für Standardanwendungen im Labor mit Reinstwasser bis 60 °C sind Kunststoffarmaturen aus PP mit Membranoberteilen meist die richtige Entscheidung.

Armaturen für Ihr Labor finden Sie z. B. unter diesen Firmenlinks:

* www.ila-gmbh.de
* www.vinitex.de/laborarmaturen.htm
* www.is-hoerner.de
* www.novalab-gmbh.de

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