Wie Sie Ihr Gefahrstoffverzeichnis an die neue Verordnung anpassen

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Die Verpflichtung zum Führen eines Gefahrstoffverzeichnisses zählt zu den langjährigen Pflichten im Gefahrstoffrecht. Bisher genügten eine Übersicht der verwendeten Gefahrstoffe und ein Verweis auf die entsprechenden Sicherheitsdatenblätter. Ab sofort sind deutlich mehr Angaben gefordert. Ist das Gefahrstoffverzeichnis unvollständig oder falsch, droht Ihnen bei der nächsten Kontrolle ein Bußgeldbescheid der Behörde.

*Das bleibt:* Sie haben ein Verzeichnis der im Betrieb verwendeten Gefahrstoffe zu führen, in dem auf die entsprechenden Sicherheitsdaten-blätter verwiesen wird. Außerdem muss Ihr Kataster mindestens folgende Angaben enthalten:

# Bezeichnung des Gefahrstoffs
# Einstufung des Gefahrstoffs oder Angaben zu den gefährlichen Eigenschaften
# Angaben zu den im Betrieb verwendeten Mengenbereichen
# Nennung der Arbeitsbereiche, in denen Beschäftigte dem Gefahrstoff ausgesetzt sein können

Sie dürfen Ihr Gefahrstoffverzeichnis erweitern. So können Sie beispielsweise den Flammpunkt brennbarer Stoffe oder die Wasser- gefährdungsklasse eintragen. Prüfen Sie jetzt mithilfe der nachstehenden Checkliste, ob Ihr Verzeichnis alle erforderlichen Einträge enthält.

Einmal prüfen reicht nicht

Nach der Anpassung an die neue Verordnung sind Ihre Arbeiten nicht abgeschlossen. Die Pflege des Stoffinventars ist ein Dauerthema. Änderungen oder Ergänzungen sind insbesondere erforderlich, wenn Sie neue Gefahrstoffe im Betrieb einsetzen oder die Mengenbereiche sich ändern.

Checkliste: Einträge in das Gefahrstoffverzeichnis
Bezeichnung des Gefahrstoff Ja Nein
Stimmt die Stoffbezeichnung mit dem Namen überein, der im Sicherheitsdatenblatt oder der Betriebsanweisung aufgeführt ist?
Sind auch Gefahrstoffe aufgeführt, die bei bestimmungsgemäßer Verwendung aus Erzeugnissen freigesetzt oder gebildet werden?
Einstufung des Gefahrstoffs oder Angaben zu den gefährlichen Eigenschaften
Sind zu eingestuften Stoffen und Gemischen die GEfahrenbezeichnung mit dem/den dazugehörigen R- bzw. h-Satz/Sätzen eingetragen?

Hinweis: Es genügt die Angabe des Kennbuchstabens der Gefahrenbezeichnung(en) (z.B. T, Xn, F) und die Nummer des R-Satzes (z.B. R 40/22). Bei Einstufung nach GHS sind die Gefahrenklasse(n), die Kategorie (z.B. bei Entz. Fl.2) und die Nummern der H-Sätze (z.B. H226) zu vermerken.

Sind bei nicht einstufungspflichtigen Stoffen und Gemischen die gefährlichen Inhaltsstoffe, die entstehen oder freigesetzt werden können, mit der Gefahrenbezeichnung und den dazugehörigen R-Sätzen bzw. H-Sätzen genannt?
Ist bei nicht in den Verkehr gebrachten Gefahrstoffen, die Sie selbst eingestuft haben, die Selbsteinstufung dokumentiert?
Angaben zu den im Betrieb verwendeten Mengenbereichen
Haben Sie die durchschnittlich pro Jahr verwendeten bzw. eingesetzten Mengen erfasst?
Wichtig für Sie: Es können auch Planmengen angegeben werden.
Arbeitsbereiche, in denen Beschäftigte dem Gefahrstoff ausgesetzt sein können
Ist vermerkt, in welchem Arbeitsbereich jeder Gefahrstoff verwendet wird bzw. zur Verwendung vorgesehen ist?
Hinweis: Gefahrstoffe, die nur bei Reparatur- oder Wartungsarbeiten freigesetzt werden, fallen in den Arbeitsbereich des Monteurs, nicht des Bedienungspersonals einer Anlage.

_Gabriele Janssen_

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