So weisen Sie mit dem Deckungsbeitrag die Wirksamkeit Ihrer Instandhaltung nach

So weisen Sie mit dem Deckungsbeitrag die Wirksamkeit Ihrer Instandhaltung nach

Die Kosten bestimmter Instandhaltungsmaßnahmen sind bei folgenden Posten relativ einfach zu ermit- teln:

* Personalaufwand

* Transportkosten

* Ersatzteile

* Hilfsstoffe

* Energiekosten

* Werkzeuge

* Lagerhaltung

Trotzdem lässt sich über die Zuordnung der Kosten streiten. Gehören die Ausgaben für Ersatzteile und Hilfsstoffe zur Instandhaltung oder sind es reguläre Betriebskosten?Wie dies in Ihrem Betrieb gehandhabt wird, ist sekundär. Wichtig ist nur, dass Sie es wissen und diese Kenntnis in Ihren Berechnungen berücksichtigen.

Ersatzteile, Hilfsstoffe, Transportkosten und Lagerhaltung werden Ihrer Abteilung zugeordnet. Dadurch schlägt die Instandhaltung in der Bilanz mit einem sehr hohen Kostenanteil zu Buche. Aber durch Ihre Arbeit wurden ja nicht nur Kosten verursacht, sondern dem Unternehmen sind auch Investitionsgüter entstanden. Wenn Sie
z. B. sämtliche Teile einer Maschine in einer 10-jährigen Betriebszeit ausgetauscht haben, so haben Sie diese Maschine in dieser Zeit neu aufgebaut. Ohne Ihre Arbeit wäre die Anlage nicht mehr zu gebrauchen, müsste entsorgt und neu angeschafft werden.

Damit Sie die Wirtschaftlichkeit Ihrer Arbeit gegenüber der Geschäftslei- tung stichhaltig nachweisen können, müssen Sie den Deckungsbeitrag berechnen. Dieser Beitrag deckt die entstandenen Kosten durch einen Gewinn auf der anderen Seite ab.

1. Schritt: Ermitteln Sie alle Vorteile Ihrer Instandhaltung

Machen Sie sich eine Liste all Ihrer Tätigkeiten und überlegen Sie, am besten zusammen mit Ihren Mitarbeitern, welche Vorteile Ihr Unterneh- men durch jede einzelne Maßnahme hat. Am besten führen Sie dazu ein Brainstorming durch. Sammeln Sie alle Begriffe, die Ihnen und Ihren Mitarbeitern unter dem Oberbegriff „Vorteile durch Instandhaltung“ einfallen. Dies können u. a. sein:

* kürzere Stillstandszeiten

* bessere Produktionsqualität

* höhere Lieferzuverlässigkeit

* bessere Arbeitsbedingungen

* effizienterer Energieeinsatz

2. Schritt: Untersuchen Sie die Vorteile an konkreten Maßnahmen

Nehmen Sie sich nun eine konkrete Instandhaltungsmaßnahme vor und überlegen Sie anhand der Komplettliste, welche Vorteile sich durch diese Maßnahme ergeben.

Sie haben die Wartungsintervalle für eine Bearbeitungsstation von 6 Monaten auf 4 Monate verkürzt. Dadurch ergeben sich u. a. folgende Vorteile:

* Verkürzung der Durchführungszeit, weil einzelne Arbeiten (z. B. Reinigung) nicht so lange dauern

* effizientere Ersatzteilnutzung (einige Verschleißteile können optimaler genutzt werden, da sie länger in Betrieb bleiben können)

* Früheres Erkennen möglicher Fehler, dadurch Vermeidung außerplanmäßiger Stillstandszeiten.

Hinweis:
Werten Sie die Vorteile zunächst nicht. So könnten Sie z. B. bei der kür- zeren Ausführungszeit entgegenhalten, dass die Arbeiten ja auch öfter durchgeführt werden. Die Tatsache einer kürzeren Ausführungszeit kann aber weitere Vorteile nach sich ziehen, z. B. die Möglichkeit, die Arbeiten während einer planmäßigen Produktionspause durchzuführen.

3. Schritt: Übersetzen Sie die Vorteile in konkrete Gewinne

Ziel der Instandhaltung ist die maximale Verfügbarkeit aller Maschinen, Anlagen und der technischen Infrastruktur. Jede Störung und jeder Ausfall kosten in irgendeiner Form Geld. Auch Anlagen, die für die Fertigung nicht kritisch sind, fallen darunter.

Die Heizung in der Verwaltung fällt aus. Obwohl es nicht zu Still- ständen kommt, entstehen Kosten. Der Fehler muss gemeldet werden, die Arbeit in der Verwaltung wird behindert. Die Fehler- suche kann längere Zeit in Anspruch nehmen, und schließlich muss der Fehler behoben werden. Weil eine gezielte Suche nicht mehr möglich ist, muss eventuell ein Ersatzteil zum höheren Preis be- schafft werden.

Analysieren Sie alle angefallenen Arbeiten der letzten Zeit und listen Sie sämtliche Kosten auf. Lassen Sie sich dabei vom Controlling helfen. Dort sitzen die Experten für die Berechnung der Kosten von Produktionsausfällen, Lieferverzöger- ungen und Ersatzteilbeschaffung. Hätte der Ausfall durch eine vorge- zogene Wartung/Inspektion verhindert werden können? Wenn ja, er- mitteln Sie die Kosten für eine verkürzte Wartung. Nun haben Sie auf der einen Seite den Mehraufwand, der durch den Ausfall entstanden ist, und auf der anderen die Ausgaben durch die kürzeren Wartungsintervalle. Sie sehen schwarz auf weiß, ob es sich lohnt oder nicht.

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