RoHS: Jetzt wird bei den Ausnahmen für Blei der Rotstift angesetzt

RoHS, Blei, Richtlinie 2002/95/ EG

RoHS steht für Restriction of Hazardous Substances (Beschränkung von gefährlichen Stoffen). Seit 2006 verbietet die RoHS-Richtlinie 2002/95/ EG die Ver- wendung von Blei, Quecksilber, Cadmium, 6-wertig- em Chrom, polybromierten Biphenylen (PBB) und polybromierten Diphenylethern (PBDE) in Elektro- und Elektronikgeräten. Weil der Verzicht auf diese gefährlichen Stoffe in speziellen Anwendungen technisch noch nicht praktikabel ist, enthält die Richtlinie eine lange Liste mit Ausnahmen. Diese Sonderregelungen werden jetzt abgebaut. Bereits zum 1.1.2011 entfallen Ausnahmen für Blei.

RoHS gilt für Geräte, die zu ihrem ordnungsgemäßen Betrieb elektrische Ströme oder elektromagnetische Felder benötigen. Elektro- und Elektro- nikgeräte zur Erzeugung, Übertragung und Messung solcher Ströme und Felder sowie Geräte, die für den Betrieb mit Wechselspannung von maxi- mal 1.000 Volt bzw. für Gleichspannung von höchstens 1.500 Volt ausge- legt sind, unterliegen ebenfalls der RoHS-Richtlinie.

Konkret betroffen sind diese Geräte:

■ Hauhaltsgroßgeräte

■ Haushaltskleingeräte

■ IT- und Telekommunikationsgeräte

■ Geräte der Unterhaltungselektronik

■ Beleuchtungskörper

■ Elektrische und elektronische Werkzeuge mit Ausnahme ortsfester Großwerkzeuge

■ Spielzeug sowie Sport- und Freizeitgeräte

■ automatische Ausgabegeräte

■ elektrische Glühlampen und Leuchten in Haushalten

RoHS verbietet das Inverkehrbringen von neuen Elektro- und Elektronik- geräten, die mehr als 0,1 % Blei, Quecksilber, 6-wertiges Chrom, polybro- miertes Biphenyl oder polybromierten Diphenylether je homogenen Werk- stoff oder mehr als 0,01 % Cadmium je homogenen Werkstoff enthalten. Ausgenommen von dieser Beschränkung sind medizinische Geräte (mit Ausnahme aller implantierten und infizierten Produkte und Überwachungs- und Kontrollinstrumente) sowie Ersatzteile für die Reparatur oder die Wiederverwendung von Elektro- und Elektronikgerät- en, die erstmals vor dem 1.7.2006 in Verkehr gebracht wurden.

Keine Regel ohne Ausnahme

Der Anhang von RoHS nennt mehr als 30 Anwendungen, die von den Be- schränkungen dieser Richtlinie ausgenommen sind. Die Überprüfung der Ausnahmen hat ergeben, dass bei bestimmten Blei, Quecksilber oder Cadmium enthaltenden Anwendungen der Verzicht auf diese Stoffe oder ihre Ersetzung in absehbarer Zukunft möglich sein wird. Daher wurde jetzt rund die Hälfte der Ausnahmen mit einem konkreten Ablaufdatum versehen.

Die Gültigkeit dieser beiden Ausnahmen läuft bereits am 1.1.2011 ab

■ Blei als Aktivator im Leuchtstoffpulver (davon Massenanteil Blei von 1 % oder weniger) von Gasentladungslampen bei Verwendung als Spezial- lampen für Reprografie auf Basis des Lichtpausverfahrens, Lithografie, Insektenfallen, fotochemische und Belichtungsprozesse mit Leuchtstoffen wie Magnesiumsilikat ((Sr,Ba) 2 MgSi 2 O 7 :Pb)

■ Blei in Loten aus mehr als 2 Elementen zur Verbindung zwischen den Anschlussstiften und der Mikroprozessor-Baugruppe mit einem Massenan- teil von mehr als 80 % und weniger als 85 % Blei. Nach dem 1.1.2011 ist die Verwendung nur noch in Ersatzteilen für Elektro- und Elektronikgeräte zulässig, die vor diesem Stichtag in Verkehr gebracht wurden.

Per 1.6.2011 werden diese Ausnahmen gestrichen:

■ Blei mit PbBiSn-Hg und PbInSn-Hg in speziellen Verbindungen als Haupt- amalgam und mit PbSn-Hg als Zusatzamalgam in superkompakten Energie- sparlampen

■ Bleioxid in Glasloten zur Verbindung der vorderen und hinteren Glas- scheibe von flachen Leuchtstoffl ampen für Flüssigkristallanzeigen (LCD)

■ Bleioxid im Glasmantel von BLBLampen (Schwarzlichtlampen)

Die aktuelle Fassung der RoHSRichtlinie können Sie unter www.bwr-media.de im Premiumbereich für Abonnenten unter „Gefahrstoff & Gefahrgut aktuell“ herunterladen.

_Gabriele Janssen_

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