Neue Vorschriften mindern das Absturzrisiko: Beugen Sie mit der TRBS 2121 Teil 2 und 4 vor

Neue Vorschriften mindern das Absturzrisiko: Beugen Sie mit der TRBS 2121 Teil 2 und 4 vor

Am 16. März wurden die Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) um 2 weitere Regeln ergänzt. Neu sind die TRBS 2121 Teil 2 und Teil 4. Sie wenden sie in Verbindung mit der TRBS 2121 „Gefährdungen von Personen durch Absturz – Allgemeine Anforderungen“ an. Die TRBS 2121 Teil 2 konkretisiert die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) hinsichtlich der Bereitstellung und Benutzung von Leitern.

So benutzen Sie Leitern sicher

Sie müssen die Leiter während der Benutzung standsicher und sicher begehbar aufstellen und ggf. gegen Umstürzen sichern. Wie Sie dabei weiter vorgehen, hängt davon ab, welche Leiter Sie nutzen. Fahrbare Leitern müssen z. B. vor der Benutzung durch technische Einrichtungen gegen unbeabsichtigtes Fortbewegen gesichert werden. Seilleitern (Strickleitern) und Hängeleitern müssen Sie gegen unbeabsichtigtes Aushängen sichern.

Hinweis: Sie müssen die Beschäftigten in angemessener Weise in der Benutzung der Leiter unterweisen.

Nutzen Sie eine Leiter als Zugang zu hochgelegenen, aber nur zeitweise genutzten Arbeitsplätzen, dann dürfen Sie sie nur bis zu einem zu überwindenden Höhenunterschied von 5 m benutzen. Nur in Ausnahmefällen darf der zu überbrückende Höhenunterschied auch mehr als 5 m betragen. Dabei muss die Leiter mindestens 1 m über die Austrittstelle hinausragen, sofern keine anderen geeigneten Festhaltemöglichkeiten vorhanden sind.

Für Aufstiege in Gerüste gelten gesonderte Vorschriften. Nutzen Sie die Leiter als hochgelegenen Arbeitsplatz, dann setzen Sie sie so ein, dass die Beschäftigten jederzeit mit beiden Füßen sicher auf den Sprossen oder Stufen stehen und sich mit einer Hand festhalten können.

Die TRBS 2121 Teil 4 konkretisiert insbesondere den Anhang 2 Abschnitt 4 der BetrSichV. Sie beschäftigt sich mit der Bereitstellung und Benutzung von Arbeitsmitteln wie Hebe- und Flurförderzeugen, die nicht für das Heben von Personen vorgesehenen sind, aber ausnahmsweise dafür eingesetzt werden. Voraussetzung: Die Benutzung von bestimmungsgemäß vorgesehenen Arbeitsmitteln ist nicht möglich oder ihr Einsatz führt zu einer höheren Gefährdung.


Diese Maßnahmen sollten Sie ergreifen

In der TRBS 2121 Teil 4 finden Sie Vorschläge für Maßnahmen, um die Gefährdungen, die beim Heben von Personen mit nicht bestimmungsgemäßen Arbeitsmitteln entstehen können, zu entschärfen. An erster Stelle müssen Sie technische Maßnahmen anwenden. Sind diese nicht verfügbar oder verbleiben trotzdem noch Restrisiken, ergreifen Sie zusätzliche organisatorische und personenbezogene Maßnahmen („TOP-Prinzip“). Hier können nur einige der vorgeschlagenen Maßnahmen beispielhaft aufgeführt werden; welche Sie jeweils wählen, hängt von der konkreten Situation im Einzelfall ab.

1.Technische Maßnahmen

* Flurförderzeuge müssen eine ausreichende Tragfähigkeit aufweisen. Außerdem müssen Sie eine Arbeitsbühne verwenden, die über eine entsprechende Absturzsicherung verfügt.
* Hebezeuge müssen so bemessen sein, dass mindestens das 1,5fache des zulässigen Gesamtgewichtes des Personenaufnahmemittels (z. B. Förderkorb) als Belastung aufgebracht werden kann. Achten Sie darauf, dass das Hebezeug mit einer Steuerung ausgerüstet ist, die beim Loslassen der Bedienelemente alle Bewegungen selbsttätig und möglichst stoßfrei stillsetzt (Totmannsteuerung). Sie dürfen außerdem nur ein Personenaufnahmemittel bereitstellen, das für diesen Zweck gebaut und in Verkehr gebracht wurde. Das Personenaufnahmemittel muss mit dem Hebezug kompatibel sein.

2. Organisatorische und personenbezogene Maßnahmen

Bei Flurförderzeugen müssen Sie u. a. eine einwandfreie Verständigungsmöglichkeit zwischen dem Fahrer und den Personen auf der Arbeitsbühne gewährleisten. Der Fahrer darf das Flurförderzeug mit besetzter Arbeitsbühne nicht verfahren. Außerdem müssen Sie Sorge dafür tragen, dass die Arbeitsbühnen an Flurförderzeugen im angehobenen Zustand von den Personen nicht verlassen werden können.
Sie müssen die Arbeiten mit Hebezeugen durch einen Aufsichtsführenden überwachen lassen. Außerdem müssen Sie gewährleisten, dass der Hebezeugführer das Personenaufnahmemittel in allen Stellungen gut beobachten kann. Zur Verständigung sind eindeutige und deutlich wahrnehmbare Zeichen festzulegen.

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