Grenzwerte für den Vibrationsschutz

Grenzwerte für den Vibrationsschutz

Gelenkschädigungen und Durchblutungsstörungen sind nur 2 von vielen möglichen Gesundheitsrisiken, denen Ihre Mitarbeiter an vibrierenden Maschinen ausgesetzt sind. Die EU hat eine Richtlinie dazu herausgegeben, an die Sie sich halten sollten, auch wenn sie noch nicht in deutsches Recht umgesetzt ist.

Schwingungen, die von Maschinen ausgehen und auf den Bediener oder sonstige Mitarbeiter einwirken, können sich gesundheitlich negativ auswirken. Besonders häufig treten beim Umgang mit vibrierenden Maschinen oder Handgeräten so genannte Hand-Arm-Vibrationen auf, die zu Gelenkschädigungen und Durchblutungsstörungen führen können. Auch die Gruppe der Ganzkörpervibrationen hat ähnliche Auswirkungen, nur in anderen Körperregionen, denn diese Schwingungen wirken meist über die Füße oder das Gesäß ein.

Wie enorm die Auswirkungen dieser Gefahr sind, zeigen die Zahlen des Hauptverbandes der Berufsgenossenschaften (HVBG). So gibt der HVBG an, dass in Deutschland 3 Millionen Arbeitsplätze durch Vibrationen gefährdet sind. Für gesundheitliche Schäden, die dadurch entstehen, zahlen die Berufsgenossenschaften jährlich Renten in Höhe von 28 Mio. €. Grund genug für die EU, eine Richtlinie herauszugeben (2002/44/EG), die allerdings noch nicht in nationales Recht umgesetzt ist. Trotzdem sollten Sie sich als Leiter der Instandhaltung frühzeitig darum kümmern.

VDI-Richtlinie hilft bei der Gefährdungsbeurteilung

Als direkter Vorgesetzter sind Sie durch das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung jedes Arbeitsplatzes durchzuführen. Dabei ist der Entwurf der VDI-Richtlinie 4065 „Technik und Organisation der betrieblichen Sicherheit; Gefährdungsbeurteilung, Handlungsanleitung zur systematischen Vorgehensweise“ sehr hilfreich.

Für eine Einschätzung, ob die Vibrationen an einem Arbeitsplatz tolerierbar sind, müssen Sie verschiedene Faktoren berücksichtigen:

* Schwingungsgesamtwert in m/s² und
* zeitliche Dauer, die ein Mitarbeiter dieser Belastung ausgesetzt ist.

Den Schwingungsgesamtwert können Sie mathematisch aus bestimmten Kenngrößen der Maschine und des Umfeldes ermitteln, besser aber mit einem geeigneten Messgerät feststellen. Hilfe geben hier die VDI-Richtlinien 2057, Blatt 1 und 2 von 2002.

Einfaches Excel-Programm errechnet Grenzwerte

Denken Sie bei der Anschaffung von Maschinen und Geräten auch an die Vibrationskennwerte und fordern Sie diese nötigenfalls vom Anbieter ein. Sind diese Werte bekannt, können Sie mit einer kleinen Excel-Tabelle, die über die Website der HVBG erhältlich ist, die Grenzwerte für Schwingung sowie zeitliche Disposition ausrechnen („(link-external)www.hvbg.de/d/bia“:http://www.hvbg.de/d/bia unter dem Menüpunkt „Praktische Hilfen/Software/Hand-Arm-Vibration“). Mit dieser kleinen Hilfe können Sie die Tagesschwingungsbelastung und das Risiko einer Gesundheitsgefährdung ermitteln.

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