Gefahren beim Messen: So vermeiden Sie Risiken

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Messtechnik ist ein zentrales Thema der Instandhaltung. Aber auch beim Messen lauern Gefahren, vor allem, wenn es um elektrische Größen geht. Nur mit besonderer Umsicht und fest definierten Abläufen können Sie diese Risiken reduzieren bzw. beseitigen. Wie Sie dabei vorgehen sollten, lesen Sie in diesem Beitrag.

1. Empfehlung: Verwenden Sie nur hochwertige Messgeräte

Bei der Anschaffung von Messgeräten sollten Sie von Billigprodukten Abstand nehmen. Durch den Preisverfall bei elektronischen Bauteilen ist es heutzutage möglich, sehr günstig auch präzise Messsysteme zu entwickeln. Bei der Sicherheit werden dann aber häufig Abstriche gemacht, weil gerade hier der Entwicklungs- und Produktionsaufwand den Preis nach oben treiben. Außerdem ist ein fundiertes Know-how erforderlich, das bei Low-cost-Anbietern oft nicht gegeben ist.


Achten Sie darauf, dass auf dem Messgerät die Spannungsklasse und die CAT-Kategorie angegeben sind

Nach EN 61010 werden Messgeräte in 3 Spannungsklassen (300 V, 600 V und 1.000 V) aufgeteilt. Weiterhin gibt es 4 Kategorien (CAT I bis CAT IV), die Aussagen über die Spannungsfestigkeit gegenüber kurzzeitigen Spannungstransienten (Spannungsspitzen) machen:

Maximale Spannung CAT I CAT II CAT III CAT IV
300 V 1.500 V 2.500 V 4.000 V 6.000 V
600 V 2.500 V 4.000 V 6.000 V 8.000 V
1.000 V 4.000 V 6.000 V 8.000 V 12.000 V

 

Die Kategorie allein sagt noch nichts über die Qualität bezüglich der Spannungsfestigkeit aus. Wie Sie aus der Tabelle ersehen, weist ein Messgerät der Klasse CAT I/1.000 V bessere Werte auf als ein Produkt CAT II/600 V.

2. Empfehlung: Achten Sie auf sichere Anschlussleitungen

Bei Messgeräten kommen in der Regel 4-mm-Buchsen zum Einsatz. Als Gegenstück werden an den Messleitungen sogenannte Büschelstecker verwendet. Diesen Standard finden Sie auch bei Laborleitungen, die deshalb häufig in Verbindung mit Messgeräten zum Einsatz kommen. Dies stellt allerdings eine lebensbedrohliche Gefahr dar! Sind die Stecker nicht komplett eingesteckt, können Sie sehr leicht mit dem leitenden Teil des Steckers in Berührung kommen.


Vor allem beim Herausziehen oder Einstecken der Messleitung kann es leicht zur Berührung kommen

Nutzen Sie stattdessen nur Messleitungen mit Sicherheitssteckern. Dafür müssen allerdings auch die Buchsen dementsprechend ausgerüstet sein. Eine Alternative sind Büschelstecker mit einem versenkbaren Berührungsschutz. Beim Einstecken in eine normale 4-mm-Buchse wird das schützende Röhrchen zurückgeschoben.


Besonderen Schutz bieten Messleitungen mit federnder Schutzhülle

3. Empfehlung: Führen Sie regelmäßige Sichtprüfungen durch

Gerade Messleitungen und Prüfspitzen werden häufig im Werkzeugkasten transportiert, wo sie mechanischen Belastungen ausgesetzt sind. Silikonummantelte Leitungen sind zwar recht widerstandsfähig, schließen kleinere Schnitte in der Isolierung aber nahezu unsichtbar wieder ab. Es kommt immer wieder vor, dass die hochflexiblen Innenadern beschädigt werden, durch einen winzigen Einschnitt nach außen treten und so eine Gefahrstelle bilden. Prüfen Sie Messleitungen vor jedem Gebrauch sorgfältig, und transportieren Sie sowohl das Messgerät als auch die Messleitungen in einem separaten Behältnis.

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