Die richtige Beleuchtung nach DIN 5035

Die richtige Beleuchtung nach DIN 5035

DIN 5035 schreibt vor, wie die Beleuchtung am Arbeitsplatz aussehen muss. Doch so einfach ist die Sache nicht. Achten Sie neben der Lichtstärke auch auf den Kontrast, die Blendung und die Farbwiedergabe. „Wollen Sie lediglich die Richtlinien erfüllen oder Ihren Mitarbeitern ein optimales Arbeitsumfeld schaffen?“

Die Mindestbeleuchtungsstärken an Arbeitsplätzen sind in der DIN 5035, die mit der Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 7/3 korrespondiert, festgelegt. Es ist aber immer zu bedenken, dass diese Werte „Mindestwerte“ sind. Häufig halten sich Planer genau an diese Grenzen und orientieren sich nicht an den tatsächlichen Arbeitsplatzbedingungen. Wird ein Raum mit künstlichem Licht beleuchtet, so wirkt er dem subjektiven Empfinden nach eher zu hell als zu dunkel. Der Grund dafür ist die Nähe der Lichtquelle, die oft blendet und keine gleichmäßige Ausleuchtung gewährleistet.

Eine zu geringe Beleuchtung hat nicht nur auf das Sehen einen negativen Einfluss. Wenn wir uns in einer dunklen Umgebung befinden, schüttet der Körper verstärkt das Müdigkeitshormon „Melatonin“ aus. Dadurch entsteht ein ungewollter Regelkreislauf: Der Körper stellt sich auf Schlafen ein und empfindet Dunkel als angenehm. Also schalten Sie das Licht noch dunkler und werden noch müder. Kommen Sie nun aus Ihrer selbst inszenierten Dämmerung in einen Bereich mit hoher Beleuchtungsstärke, so empfinden Sie diese als sehr unangenehm.


Orientieren Sie sich an 4 Messgrößen

Neben der direkten Ausleuchtung des Arbeitsplatzes ist also auch das Umgebungslicht von maßgeblicher Bedeutung für die Produktivität der Mitarbeiter. Insgesamt gibt es 4 Größen, die einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität der Beleuchtung haben, diese sind:

* Beleuchtungsstärke
* Direktblendung
* Kontrast
* Farbwiedergabe

Messtechnisch am einfachsten zu erfassen ist die Beleuchtungsstärke, die in Lux gemessen wird. Da die Handhabung sehr einfach und die Messgeräte günstig sind, ist es am besten, diese Messungen selbst vorzunehmen. Legen Sie dazu das Messgerät waagerecht z. B. auf den Tisch des Arbeitsplatzes und lesen den Wert ab. Auch Kontrastwerte können Sie damit feststellen, in dem Sie die hellste und die dunkelste Stelle innerhalb eines Arbeitsbereiches messen. Die Werte, die von der DIN 5035 für bestimmte Räume und Nutzungen angegeben werden, beziehen sich auf die Nennbeleuchtungsstärke. Sie wird in einer Höhe von 0,85 m über dem Boden gemessen und stellt den Mittelwert aus mehreren Messpunkten dar.


Die richtige Beleuchtung für jeden Arbeitsbereich

Eine indirekte Beleuchtung mit sehr vielen Reflexionsflächen führt in der Regel zu sehr homogen und gut ausgeleuchteten Räumen. Sie sollten aber bedenken, dass Schatten gerade für das plastische Sehen sehr wichtig sind und außerdem einer gewissen Monotonie vorbeugen. Auf der anderen Seite dürfen harte Schlagschatten auf keinen Fall die Arbeitsfläche abdunkeln. Achten Sie also darauf, dass der Mitarbeiter selbst oder die von ihm bediente Maschine keine Schatten auf Nutzflächen werfen. Die günstigste Lichtrichtung ist seitlich von links und rechts, damit beugen Sie auch einer Direktblendung vor, die entsteht, wenn die Lichtquelle von oben vorn leuchtet.

Betrachten Sie nicht nur die direkte Arbeitsfläche, sondern auch alle Bereiche, in die der Mitarbeiter z. B. nach Bauteilen greifen muss. Falls diese durch überbaute Teile abgeschattet werden, so sollten Sie unter diese Einbauten kleine Leuchten anbringen, die auch dort für genug Licht sorgen. Kunstlicht hat ein anderes Farbspektrum als Tageslicht und lässt aus diesem Grund Farben optisch anders wirken. Wenn es bei der Arbeit des Mitarbeiters auf eine sehr hohe Farberkennung ankommt, sollten Sie unbedingt Leuchten der Kategorie 1A oder 1B verwenden. Die Skala reicht über 6 Stufen von 1A bis 4.

Beleuchtungsstärken nach DIN 5035
Pausenräume 200 – 300 Lux
Treppen und Flure 100 Lux
Schlosserei/Klempnerei 300 Lux
Reparaturwerkstätten für Geräte 500 Lux
Lackierereien 750 Lux
Kontrollarbeitsplätze für Geräte 750 Lux
Prüfen von elektronischen Systemen 1000 Lux
Montage von Kleinstbauteilen 1500 Lux
Farbkontrolle 1500 Lux
Steuerbühnen 300 Lux
Abpackarbeitsplätze 300 Lux
Nähereien 750 – 1000 Lux
Tischlereien 500 Lux
Lagerräume mit Leseaufgabe 200 Lux
Gänge in automatischen Hochregallagern 20 Lux

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