Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV): TRBS 1111 und 1121

Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV): TRBS 1111 und 1121

Gefährdungsbeurteilung und sicherheitstechnische Bewertung: So geht’s

Diese TRBS besteht im Wesentlichen aus 2 Teilen:

a) Gefährdungsbeurteilung

Diese bezieht sich auf Arbeitsmittel und Tätigkeiten einschließlich ihrer Wechselwirkungen (§ 3 BetrSichV).

b) Sicherheitstechnische Bewertung

Diese ist nur für überwachungsbedürftige Anlagen vorzunehmen (§ 15 Abs. 1 BetrSichV). Ihr Ziel ist die Ermittlung der Fristen für die wiederkehrenden Prüfungen der Anlage, wobei gewisse Höchstfristen nicht überschritten werden dürfen. Wenn Sie die sicherheitstechnische Bewertung bereits im Rahmen Ihrer Gefährdungsbeurteilung abgearbeitet haben, muss sie nicht erneut durchgeführt werden.

Im Unterschied zur Gefährdungsbeurteilung müssen Sie bei der sicherheitstechnischen Bewertung nur Faktoren berücksichtigen, die für die Festlegung der Prüffristen notwendig sind (z. B. Alter und Beanspruchung der Anlage). Ob ein Beschäftigter z. B. Hitzeeinwirkungen ausgesetzt ist, wirkt sich nicht auf die Prüffristen aus. Die Vorgehensweise in beiden Fällen ist weitgehend ähnlich.

So gehen Sie vor:

# Ermitteln und bewerten Sie die Gefährdungen.
# Legen Sie die erforderlichen Schutzmaßnahmen fest. Die Rangfolge der Maßnahmen folgt den allgemeinen Grundsätzen des Arbeitsschutzgesetzes, das heißt, technische Maßnahmen (z. B. Einsatz explosionsgeschützter Geräte) haben Vorrang vor organisatorischen (z. B. Zutrittsverboten) und diese wiederum vor personenbezogenen Maßnahmen, etwa Schutzkleidung (TOP-Prinzip).
# Setzen Sie die Maßnahmen um und kontrollieren Sie ihre Wirksamkeit. Bei Bedarf müssen Sie weitere Maßnahmen veranlassen!
# Dokumentieren Sie die Maßnahmen. Zeichnen Sie dabei gegebenenfalls auch nachvollziehbare Begründungen zu den Fristen für wiederkehrende Prüfungen und die Qualifikation des Prüfpersonals auf.


TRBS 1121: Aufzugsanlagen

Nach § 12 BetrSichV darf eine Aufzugsanlage nach einer Änderung nur wieder in Betrieb genommen werden, wenn sie hinsichtlich der geänderten Anlagenkomponenten dem Stand der Technik entspricht. Nach einer wesentlichen Veränderung darf sie nur wieder eingesetzt werden, wenn sie danach noch den Anforderungen nach § 3 Geräte- und Produktssicherheitsgesetz (GPSG) entspricht. Beides kann bedeuten. dass Sie die sicherheitstechnische Bewertung des Aufzugs wiederholen und ihn durch zugelassene Überwachungsstellen (behördlich autorisierte Stellen für Prüfungen im Rahmen der BetrSichV) erneut prüfen lassen müssen. Die „TRBS 1121: Änderungen und wesentliche Veränderungen von Aufzugsanlagen“ konkretisiert anhand von umfassenden Listen, was genau – je nach Art des Aufzugs und der durchgeführten Maßnahmen – eine Änderung bzw. wesentliche Veränderung ist und welche technischen Anforderungen dabei einzuhalten sind.

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