Befolgen Sie bei Hydraulikanlagen diese einfache 5-Finger-Regel

Befolgen Sie bei Hydraulikanlagen diese einfache 5-Finger-Regel

Je einfacher eine Regel zu verstehen und zu merken ist, desto eher wird sie befolgt. Lesen Sie außerdem, was zu tun ist, falls es dennoch zu einem Zwischenfall kommt. Zeitdruck oder Routine senkt die Aufmerksamkeit und führt zu einer erhöhten Gefährdung. Erinnern Sie Ihre Mitarbeiter immer wieder eindringlich an die „5-Finger-Regel der Fluidtechnik“:

# Energiezufuhr trennen
# Gegen Wiederzufuhr sichern (z. B. durch abschließbare Kugelhähne)
# System drucklos machen (einschließlich vorhandener Druckspeicher), hochgefahrene Lasten abstützen oder unterbauen, Restenergien abbauen
# Druckfreiheit prüfen
# Gefährdungen durch benachbarte Anlagen verhindern

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Falls trotzdem einmal etwas passiert, muss jeder Mitarbeiter die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Unfällen mit Hydraulikanlagen „aus dem Effeff“ kennen.

*Wichtig!* Halten Sie das jeweilige Sicherheitsdatenblatt der Hydraulikflüssigkeit für den Arzt bereit.

Art des Unfalls Sofortmaßnahme
Eindringen („Injektion“) von unter Druck stehenden Hydraulikflüssigkeiten
  • Sofort Arzt aufsuchen
  • Den Arzt auf den Unfallhergang hinweisen – ansonsten könnten besonders kleine Wunden übersehen oder falsch behandelt werden.
Eindringen von Hydraulikflüssigkeit ins Auge
  • Auge mindestens 15 Minuten mit Wasser oder Augenspüllösung (Augenspüldusche) spülen
  • Arzt aufsuchen
Verschlucken von Hydraulikflüssigkeit
  • Sofort Arzt aufsuchen
  • Kein Erbrechen herbeiführen
Verbrennung durch heiße Hydraulikflüssigkeit
  • Wunde steril abdecken (keimfreier, nichtklebender Verbandstoff bzw. Brandwundenauflage)
  • Arzt aufsuchen

Vergessen Sie die Gebäudesicherheit nicht

Einstürzende Gebäude(-teile) sind selten, aber die Folgen katastrophal. Überprüfen Sie daher regelmäßig z.B. Dächer und Brücken und die Statik. Allgemein ist für solche Schadensfälle der Eigentümer, Mieter oder Betreiber der Immobilie verantwortlich. Er haftet, wenn er seiner Verkehrssicherungspflicht nicht nachkommt. Der Gesetzgeber verpflichtet den Nutzer einer Immobilie zum Schadensersatz nach §§ 823 ff. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), wenn Schäden an Leib, Eigentum oder sonstigen Rechten entstehen. Dies gilt unabhängig von der Tatsache, ob es sich um ein öffentliches oder privates Gebäude handelt.

Keine Prüffristen

Das Vernachlässigen der Sorgfaltspflichten kann als Fahrlässigkeit ausgelegt werden, womit ein schuldhaftes Verursachen des Scha¬dens gegeben ist. Leider gibt es weder ein Gesetz noch eine Empfehlung, wie diese Sorgfaltspflicht aussieht (bei Sonderbauwerken wie Brücken und Tunneln existieren genaue Prüffristen, die einzuhalten sind). Solange nichts passiert, kann Sie niemand für nicht durchgeführte Prüfungen belangen. Bei den gesetzlich vorgeschriebenen Überprüfungen, wie sie bei Sonderbauwerken existieren, kann die Aufsichtsbehörde ein Bußgeld verhängen, wenn die Prüffristen nicht eingehalten werden.

Fahrlässigkeit ist auch dann gegeben, wenn eine offensichtliche Gefährdungslage aktenkundig wird und Sie trotzdem keine Maßnahmen eingeleitet haben. Sie können dieser Problematik nur dann entkommen, wenn Sie regelmäßig (z. B. alle 5 Jahre) die Statik eventuell gefährdeter Bereiche kontrollieren lassen, Hinweisen auf Schwachstellen gründlich nachgehen und die Gegenmaßnahmen dokumentieren.

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