Industrie 4.0 beflügelt Ihre Lagerprozesse

Industrie 4.0, Lagerprozesse, Automatisierung, Echtzeitinformation

Automatisierung, Informationsbereitstellung und Echtzeitinformationen sind die Trends der Logistik. Wurde früher gesucht und dann manuell das wichtige Teil aus dem Lager entnommen, bieten vernetzte Industrie-4.0-Lösungen deutliches Potenzial bei der Einsparung in den Prozessen innerhalb des Lagers. Lernen Sie die drei Trends näher kennen.

Wissenschaftler und Industriepartner forschen und entwickeln in Aachen in dem European 4.0 Transformation Center auch Lösungen für die Logistik und die Lagerprozesse der Zukunft. An der Musterproduktion für das Elektrofahrzeug e.go verdeutlichen sie die drei Trends.

Automatisierung im Lager

Neben manuellen Lagerbewegung entstehen immer mehr halbautomatische und vollautomatische Lagerungsprozesse. Dabei bewegt sich ein autonom fahrendes Regalbediengerät an die einzelnen Teileplätze und entnimmt ganze Paletten oder auch nur einzelne Teile. Etwa 20–30 % der Teile lassen sich so automatisch entnehmen.

Halbautomatische Lösungen sind noch auf einen Mitarbeiter angewiesen, der die Navigation zwischen den Regalgassen erledigt. Vorteil sind optimal geplante Routen mit einem minimalen Anteil an Leerfahren sowie kombinierten Ein- und Auslagerungsfahrten. Zusätzlich können automatisierte Systeme in engeren Gassen hantieren, sodass die Flächeneffizienz der Lager steigt.


Vollautomatischer Picker kann Ihre Lagerprozesse optimieren. Quelle: Magazino

Informationsbereitstellung

Ihr Mitarbeiter im Lager benötigt schnell viele Informationen über die Teile, die er ein- und auslagern muss. Dazu gehören Anzahl, Lagerort, Auftragsbezug, Streckenverläufe, Zeitpunkte und besondere Handhabung bei sensiblen Teilen. Diese Informationen müssen so für Ihren Mitarbeiter bereitgestellt werden, dass er nicht überfordert wird und immer die richtige Information zur richtigen Zeit parat hat. Dabei sollte er möglichst nicht in seinem Ablauf behindert werden. Wurden früher Listen ausgedruckt, geht der Trend hin zu mobilen Endgeräten und Wearables.

Wearables sind smarte Endgeräte, wie eine Uhr oder Datenbrille, die Ihr Mitarbeiter am Körper trägt. Seine Hände bleiben frei für die Arbeit. Insbesondere bei der Brille können zusätzliche Informationen in das reale Bild eingeblendet werden. So sieht der Mitarbeiter sofort, welche Teile er in welcher Reihenfolge entnehmen soll. Sensoren und Scanner überprüfen den Prozess und melden sofort Fehler oder Abweichungen von dem erwarteten Teil. Studien der TU München haben ergeben, dass die Fehlerquote bei der Kommissionierung sich mit Datenbrillen um 12 % senken kann bei einer Reduzierung der Kommissionierzeit um 9 %.


So erkennt Ihr Mitarbeiter sofort, wo er hinmuss. Quelle: TRENDS Network

Zudem sind Systeme mit Datenbrillen deutlich günstiger und schneller zu implementieren als Pick-by-light- oder Pick-by-voice-Systeme.

Echtzeitinformationen

Eine kleine Schraube fehlt und der Auftrag kann nicht ausgeliefert werden. C-Teile sind klein, günstiger, aber doch so wichtig. Hier ist es von Vorteil, wenn Sie immer über den aktuellen Bestand Bescheid wissen. Intelligente Lagerkästen können mittels Sensoren die Füllstände überwachen und melden entsprechend bevorstehende Engpässe. Aber es kann auch einfach gehen. Eine Webcam im Lager, die nur die C-Teile im Blick hat, wird täglich von Ihnen oder einem Dienstleister kontrolliert. Der Gang ins Lager oder gar die Fahrt zu Ihnen in die Produktion entfällt. Wichtig an dieser Stelle zu beachten sind die Rechte der Mitarbeiter im Zusammenhang mit der Montage einer Kamera.

Aber auch Änderungen bei Aufträgen müssen schnell kommuniziert werden. Die Schnelllebigkeit und die Flexibilität der Produktion muss sich auch in den Informationen und den Prozessen des Lagers widerspiegeln.

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