Der Winter naht: So heizen Sie größere Hallen in Ihrem Betrieb kostengünstig

Der Winter naht: So heizen Sie größere Hallen in Ihrem Betrieb kostengünstig

Das Heizen von großen Produktions- und Lager- hallen stellt besondere Anforderungen an das Heizsystem: Manche Bereiche der Halle müssen gleichmäßig temperiert, in anderen dagegen sollen gezielt einzelne Arbeitsplätze beheizt werden. Darüber hinaus gibt es in einigen Bereichen spezielle Anforderungen, die sich aus dem Fertigungsprozess ergeben. Konven- tionelle Heizsysteme, die mittels Konvektoren oder Gebläse die Luft erwärmen, werden diesen unterschiedlichen Bedingungen kaum gerecht.

Die Nachteile konventioneller Heizsysteme liegen auf der Hand:

■ Sie heizen sämtliche Bereiche einer Halle (und damit auch die wenig genutzten) gleichermaßen. Das hat eine enorme Verschwendung von Energie und Geld zur Folge.

■ Konventionelle Heizsysteme erwärmen die Raumluft direkt. Die warme Luft aber steigt nach oben, was insbesondere bei sehr hohen Hallen zum Problem wird. Von der erwärmten Luft ist an den Arbeitsplätzen unten meist wenig zu spüren. Der Energieaufwand und die Kosten werden umso höher, je schlechter das Hallendach gedämmt ist. Außerdem kommt es zu starken Luftbewegungen, die für die Mitarbeiter sowohl unangenehm als auch ungesund sind und die zudem zu starken Verschmutzungen an den Anlagen führen.

Diese Mindesttemperaturen gelten

Die Frage, welche Temperaturen in Arbeitsräumen mindestens herrschen müssen, beantwortet die Arbeitsstättenrichtlinie 6. Sie hängen von der Arbeits- haltung und der Arbeitsschwere ab.

Wie Sie diese Mindesttemperaturen erreichen, hängt auch davon ab, wie die Arbeitsplätze genutzt werden. Sie lassen sich einteilen in

■ permanent besetzte Arbeitsplätze,

■ sporadisch genutzte Arbeitsplätze nach festem Zeitplan,

■ sporadisch genutzte Arbeitsplätze.

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4 Beispiele für Hallenheizsysteme

Beispiel 1: Deckenhöhe > 6 m, viele verteilte Arbeitsplätze mit permanenter Nutzung

Für sehr hohe (und auch häufig sehr schlecht isolierte) Hallen sind Hell- strahler bestens geeignet. Sie werden an der Decke befestigt und können Temperaturen von bis zu 900°C erreichen. Die Wärme wird dabei durch Verbrennung von Erd- oder Flüssiggas direkt im Strahler erzeugt.

Beispiel 2: Deckenhöhe < 6 m, wenige Arbeitsplätze mit permanenter Nutzung

In diesem Fall sind Dunkelstrahler geeigneter. Das Prinzip ist ähnlich wie bei den Hellstrahlern, allerdings können nur Temperaturen zwischen 100 und 600°C erzeugt werden. Aufgrund der geringeren Temperaturen können sie daher näher am Arbeitsplatz angebracht werden. Dunkelstrahler geben die erzeugte Wärme gleichmäßig ab, wirbeln keinen Staub auf und können platzsparend an der Decke angebracht werden. Sie benötigen allerdings eine separate Abgasführung.

Beispiel 3: Deckenhöhe < 6 m, sporadische Nutzung nach festem Zeitplan

Auch hier eignen sich Dunkelstrahler, die den Arbeitsplatz direkt beheizen, im Zusammenhang mit einer Zeitschaltautomatik. Diese beginnt ca. 15 Minuten vor Arbeitsbeginn mit der Heizphase. Diese Zeit ist vollkommen ausreichend, um die Bereiche des Arbeitsplatzes (Fußboden, Tische, Werk- zeuge etc.) vorzuheizen.

Beispiel 4: Deckenhöhe < 6 m, sporadische Nutzung

Diesen Fall finden Sie bei großen, voll automatisierten Produktionshallen mit wenigen Servicetechnikern. Anstelle einer Zeitschaltung kommt hier eine Präsenzregelung zum Einsatz, die den jeweiligen Heizstrahler nur dann aktiviert, wenn sich ein Mitarbeiter z. B. länger als 15 Minuten im Bereich aufhält.

_Michaele Gartz_

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